Kahler Frauenmantel (Alchemilla glabra)

Der Kahle Frauenmantel wächst an Waldwegen, in Staudenfluren oder am Bachufer

Name

Kahler Frauenmantel (Alchemilla glabra)

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Merkmale

Der Kahle Frauenmantel ist eine ausdauernde Staude mit charakteristisch gelappten, fächerförmigen Blättern, deren Ränder fein gezähnt sind. Das auffälligste Bestimmungsmerkmal ist die weitgehend kahle, kaum behaarte Blattoberfläche – ein deutlicher Unterschied zu den meisten anderen Frauenmantel-Arten, die mehr oder weniger dicht behaart sind. Die kleinen, gelblich-grünen Blüten sind unscheinbar und in lockeren Trugdolden angeordnet. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 50 cm.

Standort und Verbreitung

Alchemilla glabra wächst bevorzugt an Waldwegen, in Staudenfluren und am Bachufer. Die Art bevorzugt basenreiche, feuchte bis wechselfeuchte Böden und ist typisch für montane Lagen. Verbreitet ist sie in Mittel- und Nordeuropa, in Deutschland vor allem in Mittelgebirgslagen wie dem Deister, dem Harz oder dem Schwarzwald. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August, wobei der Höhepunkt meist im Juni liegt.

Besonderheiten

Wie alle Frauenmantel-Arten vermehrt sich auch der Kahle Frauenmantel apomiktisch, also ohne Befruchtung, was die Bestimmung innerhalb der artenreichen Gattung erschwert. Die kahle Oberfläche macht Alchemilla glabra jedoch zu einer der leichter bestimmbaren Arten. Frauenmantel-Arten wurden traditionell in der Volksmedizin eingesetzt, etwa bei Wunden oder Frauenleiden – daher auch der Name. Eine Verwechslung ist am ehesten mit anderen kahlen oder schwach behaarten Frauenmantel-Arten möglich, weshalb genaues Hinsehen auf Behaarungsgrad und Blattform wichtig bleibt.