Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)
Name
Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)
Familie
Campanulaceae (Glockenblumengewächse)
Merkmale
Das Berg-Sandglöckchen ist eine ein- bis zweijährige, selten ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 5 bis 50 cm erreicht. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend, oft verzweigt und leicht behaart. Die Laubblätter sind schmal-lanzettlich bis linealisch, wellig gerandet und wechselständig angeordnet. Die charakteristischen Blütenköpfchen sind kugelig und von einem Kranz hüllblattartiger Hochblätter umgeben. Die Einzelblüten sind hellblau bis blauviolett, selten weiß, mit fünf tief gespaltenen Kronblättern. Die Pflanze erinnert auf den ersten Blick an eine Skabiose oder einen Teufelsabbiss.
Standort und Verbreitung
Das Berg-Sandglöckchen bevorzugt trockene, nährstoffarme und meist saure Böden. Es wächst an Wegrändern, in Zwergstrauchheiden, auf Magerrasen sowie in Sandgruben und auf Dünen. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien und Westasien. In Deutschland kommt sie vor allem in Tieflagen mit sandigen Böden sowie in montanen Lagen vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August.
Besonderheiten
Das Berg-Sandglöckchen vermehrt sich über Samen und kann sich an geeigneten Standorten durch Selbstaussaat ausbreiten. Die Art gilt als Zeigerpflanze für nährstoffarme, trockene Standorte und ist damit ein wertvoller Indikator für artenreiche Magerlebensräume. In intensiv genutzten Agrarlandschaften ist sie durch Düngung und Flächenversiegelung zurückgegangen. Verwechslungen sind mit dem Ausdauernden Sandglöckchen möglich, das sich durch mehrjährigen Wuchs und etwas breitere Blätter unterscheidet. Für Bienen und andere Insekten ist die Pflanze eine attraktive Nektarquelle.