Duftende Nachtkerze (Oenothera suaveolens)
Name
Duftende Nachtkerze (Oenothera suaveolens)
Familie
Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Merkmale
Die Duftende Nachtkerze ist eine zweijährige Sommerpflanze, die Wuchshöhen von bis zu 100 cm erreicht. Sie bildet aufrechte, oft rötlich überlaufene Stängel und wechselständig angeordnete, lanzettliche Blätter. Die großen, schwefelgelben Blüten öffnen sich charakteristischerweise erst in der Abenddämmerung und verströmen dabei einen intensiven, süßlichen Duft – daher der Artname suaveolens (lateinisch für wohlriechend). Die Blütenblätter sind herzförmig ausgerandet. Die Bestimmung innerhalb der Gattung ist anspruchsvoll, da sich die zahlreichen Nachtkerzen-Arten in Blüte und Wuchs sehr ähneln.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt gestörte, nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Standorte wie Ruderalflächen, Bahndämme, Sandgruben, Kiesgruben und Straßenränder. Sie bevorzugt sandige, durchlässige Böden in sonniger Lage. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde die Duftende Nachtkerze im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa eingeführt und verwilderte rasch. Heute ist sie in weiten Teilen Mitteleuropas als Neophyt etabliert. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.
Besonderheiten
Als Neophyt hat sich die Art nach ihrer Einschleppung erfolgreich in der mitteleuropäischen Flora etabliert. Die nachtaktiven Blüten werden vor allem von Nachtfaltern, insbesondere Schwärmern, bestäubt, die vom intensiven Duft angelockt werden. Historisch wurden Wurzeln und junge Triebe der Nachtkerzen als Gemüse verzehrt. Das aus den Samen gewonnene Nachtkerzenöl verwandter Arten ist reich an Gamma-Linolensäure und wird in der Naturheilkunde geschätzt. Die Gattung Oenothera umfasst zahlreiche, schwer unterscheidbare Arten und Hybriden, was eine sichere Bestimmung im Gelände erschwert. Eine Giftigkeit ist nicht bekannt.