Gegenblättriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)

Chrysosplenium oppositifolium wächst in feuchten Wäldern

Name

Gegenblättriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)

Familie

Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)

Merkmale

Das Gegenblättrige Milzkraut ist eine niedrig wachsende, krautige Pflanze, die auffällig dichte, flache Polster bildet. Charakteristisch sind die gegenständig angeordneten, rundlich-nierenförmigen Blätter mit kaum gekerbtem Rand. Die Blätter sind hellgrün und weich. Die unscheinbaren Blüten besitzen keine Kronblätter, sondern vier gelblich-grüne Kelchblätter, die von leuchtend gelb-grünen Hüllblättern umgeben werden, was der Pflanze ein auffälliges Erscheinungsbild verleiht. Im Vergleich zum Wechselblättrigen Milzkraut fällt der etwas kleinere, kompaktere Wuchs auf.

Standort und Verbreitung

Die Art besiedelt feuchte bis nasse Standorte in schattigen Laub- und Mischwäldern, bevorzugt entlang von Bächen und Flüssen sowie an Quellfluren und in Erlenbrüchen. Sie gedeiht auf nährstoffreichen, humosen, oft lehmigen Böden. Verbreitet ist das Gegenblättrige Milzkraut in weiten Teilen Mittel- und Westeuropas, in Deutschland vor allem in den niederschlagsreicheren Mittelgebirgslagen. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Mai, womit die Art zu den frühen Frühlingsblühern zählt.

Besonderheiten

Das Gegenblättrige Milzkraut vermehrt sich neben der Samenverbreitung auch vegetativ über kriechende Seitensprosse, was die Bildung ausgedehnter Bestände begünstigt. Als Verwechslungsart gilt das Wechselblättrige Milzkraut, das sich durch wechselständige Blätter und etwas größeren Wuchs unterscheidet. Beide Arten können gemeinsam vorkommen. Der Volksname Milzkraut verweist auf die frühere volksmedizinische Verwendung gegen Milzleiden. Die Pflanze gilt als Zeigerpflanze für dauerhaft feuchte, sickerfeuchte Standorte und ist ein wertvoller Bestandteil bachbegleitender Vegetation.