Polei-Minze (Mentha pulegium)

Mentha pulegium findet man auf Feuchtwiesen oder im Uferbereich

Name

Polei-Minze (Mentha pulegium)

Familie

Lippenblütler (Lamiaceae)

Merkmale

Die Polei-Minze ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit niederliegendem bis aufsteigendem Wuchs. Im Vergleich zu anderen Minze-Arten fallen ihre Blätter relativ klein aus. Die Blätter sind oval bis elliptisch, kurz gestielt, hellgrün und grob gezähnt. Die Pflanze verströmt einen intensiven, charakteristischen Duft, der unter anderem durch den Gehalt an Pulegon geprägt wird. Die kleinen, hellvioletten bis lilafarbenen Blüten erscheinen in dichten, vielblütigen Scheinquirlen, die sich in den Blattachseln entlang des Stängels anordnen. Die Blütezeit liegt von Juli bis September.

Standort und Verbreitung

Die Polei-Minze wächst bevorzugt auf feuchten bis nassen, nährstoffarmen Standorten wie Feuchtwiesen, Flutmulden und Uferbereichen stehender oder langsam fließender Gewässer. Sie verträgt zeitweise Überflutung und gedeiht auf verdichteten, lehmigen oder tonigen Böden. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas bis nach Westasien, wobei sie in Mitteleuropa insgesamt selten geworden ist. In Deutschland kommt sie zerstreut und mit stark rückläufiger Tendenz vor.

Besonderheiten

Die Polei-Minze gilt in Deutschland als stark gefährdet. In der Roten Liste Niedersachsens wird sie mit RL2 eingestuft. Hauptursachen für den Rückgang sind die Entwässerung von Feuchtwiesen, Gewässerregulierungen und die Intensivierung der Landwirtschaft. Das in der Pflanze enthaltene ätherische Öl mit dem Wirkstoff Pulegon ist in höheren Dosen giftig und kann insbesondere für Schwangere gefährlich sein. Historisch wurde die Art dennoch als Heilpflanze und Gewürzkraut genutzt. Verwechslungen sind mit anderen Minze-Arten möglich, jedoch unterscheidet sich die Polei-Minze durch ihre besonders kleinen, kaum gezähnten Blätter und den kriechenden Wuchs deutlich von verwandten Arten.