Späte Traubenkirsche (Prunus serotina)

Neophyten können ein Problem für die Natur darstellen

Name

Späte Traubenkirsche (Prunus serotina)

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Merkmale

Die Späte Traubenkirsche ist ein sommergrüner Baum oder Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreichen kann. Die Rinde junger Zweige ist glänzend rotbraun und riecht beim Anritzen charakteristisch nach Bittermandel. Ältere Stämme zeigen eine dunkelgraue, grob schuppige Borke. Die Blätter sind länglich-elliptisch, ledrig glänzend und fein gesägt. Unterseits finden sich entlang der Mittelrippe auffällige rostbraune Haarbüschel. Die weißen Blüten erscheinen in dichten, hängenden Trauben. Die Früchte sind kleine, schwarzrote Steinfrüchte, die in langen Trauben hängen.

Standort und Verbreitung

Die Art bevorzugt lichte Wälder, Waldränder, Schlagfluren und Sandböden mit geringer Nährstoffversorgung. Sie gilt als ausgesprochen anpassungsfähig und toleriert sowohl trockene als auch mäßig feuchte Standorte. Ursprünglich in Nordamerika heimisch, wurde sie im 17. Jahrhundert nach Europa eingeführt und hat sich seitdem in weiten Teilen Mitteleuropas, besonders in Deutschland, massiv ausgebreitet. Die Blütezeit liegt von Mai bis Juni, die Früchte reifen von August bis Oktober.

Besonderheiten

Als Neophyt gilt die Späte Traubenkirsche als eine der problematischsten invasiven Pflanzenarten Deutschlands. Sie beschattet den Waldboden stark und verdrängt heimische Strauch- und Krautschichten, was die Artenvielfalt erheblich reduzieren kann. Alle Pflanzenteile – insbesondere Blätter, Rinde und Kerne – enthalten cyanogene Glykoside und sind giftig. Die reifen Früchte wurden historisch zur Herstellung von Likören und Fruchtsäften genutzt, wobei die Kerne stets entfernt werden müssen. Eine Verwechslung ist mit der heimischen Traubenkirsche möglich, die jedoch kleinere Blätter ohne Haarbüschel an der Blattunterseite aufweist.