Echter Hopfen (Humulus lupulus)
Name
Echter Hopfen (Humulus lupulus)
Familie
Hanfgewächse (Cannabaceae)
Merkmale
Der Echte Hopfen ist eine ausdauernde, windende Kletterpflanze, die unter optimalen Bedingungen Triebe von bis zu sechs Metern Länge ausbildet. Die Stängel sind rau und mit kleinen Widerhaken besetzt, die der Pflanze das Klettern an Sträuchern und anderen Stützen ermöglichen. Die Blätter sind gegenständig, handförmig gelappt und grob gezähnt. Hopfen ist zweihäusig: Männliche Pflanzen tragen lockere Rispen, weibliche Pflanzen die charakteristischen zapfenartigen Fruchtstände, die sogenannten Hopfendolden. Die oberirdischen Triebe sterben im Herbst vollständig ab, während das unterirdische Rhizom die Pflanze überwintert und im Frühjahr neu austreibt.
Standort und Verbreitung
Die Wildform des Echten Hopfens wächst bevorzugt an Waldrändern, entlang von Bachläufen und in Hecken-Biotopen. Sie bevorzugt nährstoffreiche, frische bis feuchte Böden in halbschattigen bis sonnigen Lagen. Die Art ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet und gilt in Mitteleuropa als heimisch. Die Blütezeit liegt je nach Standort zwischen Juni und August, die Fruchtstände reifen von August bis Oktober.
Besonderheiten
Hopfen ist vor allem als unverzichtbare Zutat beim Bierbrauen bekannt: Die harzreichen Drüsen der weiblichen Zapfen verleihen dem Bier seine typische Bitterkeit und wirken zugleich konservierend. Industriell wird Hopfen in großem Maßstab angebaut, bedeutende Anbaugebiete liegen in Bayern, Tschechien und den USA. Darüber hinaus werden Hopfenextrakte in der Volksmedizin als Beruhigungs- und Schlafmittel eingesetzt. Die jungen Triebe der Wildpflanze sind essbar und wurden früher ähnlich wie Spargel zubereitet. Verwechslungen mit anderen Kletterpflanzen wie der Zaunrübe oder dem Wilden Wein sind möglich, jedoch anhand der charakteristischen Blattform und der zapfenartigen Fruchtstände gut zu vermeiden.