Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Schachtelhalmgewächse sind lebende Fossilien

Name

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Familie

Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse)

Merkmale

Der Ackerschachtelhalm ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit charakteristischen, quirlartig verzweigten grünen Sommersprossen, die eine Höhe von 20 bis 80 cm erreichen können. Die Stängel sind gerippt, hohl und durch deutliche Knoten gegliedert, was der Pflanze ihren Namen Schachtelhalm einbrachte. Im Frühjahr erscheinen zunächst bräunliche, unverzweigte Sporentriebe, die keine Chlorophyll-Funktion besitzen. Die grünen, assimilierenden Sommertriebe folgen danach mit quirlständig angeordneten, nadelartigen Ästen.

Standort und Verbreitung

Der Ackerschachtelhalm besiedelt feuchte bis wechselfeuchte Standorte wie Wiesen, Gräben, Wegränder, Äcker und Ruderalflächen. Er bevorzugt nährstoffreiche, lehmige oder sandige Böden und gilt als Zeigerpflanze für verdichtete, feuchte Böden. Die Art ist in ganz Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet und zählt zu den häufigsten Schachtelhalm-Arten Mitteleuropas. Die Sporentriebe erscheinen von März bis April, die grünen Sommertriebe sind von April bis Oktober zu beobachten.

Besonderheiten

Schachtelhalme gelten als lebende Fossilien – ihre Vorfahren existierten bereits vor rund 375 Millionen Jahren und bildeten im Karbon und Perm baumhohe Wälder mit Wuchshöhen von bis zu 30 Metern. Der Ackerschachtelhalm ist in der Landwirtschaft ein hartnäckiges Problemunkraut, da er tiefreichende Rhizome ausbildet und aus kleinsten Rhizom- oder Sprossteilen wieder austreibt, was eine Bekämpfung erheblich erschwert. Die Pflanze enthält Kieselsäure und wurde traditionell in der Volksmedizin sowie als Scheuermittel genutzt. In der Naturheilkunde wird sie bis heute bei Erkrankungen der Harnwege eingesetzt. Verwechslungen mit anderen Schachtelhalm-Arten wie dem Sumpf- oder Waldschachtelhalm sind möglich, weshalb eine genaue Betrachtung der Verzweigung und des Standorts ratsam ist.