Löwenfrüchtchen (Leocarpus fragilis)
Name
Löwenfrüchtchen (Leocarpus fragilis)
Familie
Physaraceae
Merkmale
Leocarpus fragilis bildet kleine, gestielte Sporangien, die in dichten Gruppen auftreten. Die Fruchtkörper sind zunächst glänzend gelblich bis rotbraun gefärbt und wirken wie winzige, pralle Kügelchen oder Eier. Mit zunehmender Reife werden sie dunkler, fast kastanienbraun bis schwärzlich, und die Hülle wird extrem zerbrechlich – daher der Artname fragilis (lateinisch für zerbrechlich). Die Sporangien erreichen nur wenige Millimeter Höhe und sitzen auf kurzen, hellen Stielen. Im Inneren befindet sich eine dunkelbraune Sporenmasse.
Standort und Verbreitung
Das Löwenfrüchtchen wächst in Nadel- und Mischwäldern, wo es auf dem Waldboden, zwischen lebender Bodenvegetation oder auf Totholz – bevorzugt von Nadelbäumen – anzutreffen ist. Die Art bevorzugt feuchte, schattige Standorte mit ausreichend organischem Material. Leocarpus fragilis gilt als recht häufig und ist in geeigneten Lebensräumen weit verbreitet. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Mai bis Dezember. Geografisch kommt die Art in weiten Teilen Europas, Nordamerikas und Asiens vor und zählt damit zu den kosmopolitisch verbreiteten Schleimpilzarten.
Besonderheiten
Leocarpus fragilis ist kein echter Pilz, sondern gehört zu den Myxomyzeten, den sogenannten Schleimpilzen, die heute meist dem Reich der Protozoen zugeordnet werden. Im vegetativen Stadium bewegt sich die Art als amöbenartiger Plasmodium-Schleimkörper fort und ernährt sich von Bakterien und Pilzsporen. Die Fruchtkörper sind so zerbrechlich, dass sie beim kleinsten Berühren platzen und ihre Sporen freisetzen. Verwechslungen sind mit ähnlichen kleinen Schleimpilzarten möglich, die ebenfalls gestielte Sporangien ausbilden. Eine Gefährdung der Art ist derzeit nicht bekannt.