Erlen-Schillerporling (Inonotus radiatus / Mensularia radiata)

Erlen-Schillerporling Substrat und Lebensraum

Name

Erlen-Schillerporling (Inonotus radiatus / Mensularia radiata)

Familie

Hymenochaetaceae

Merkmale

Der Erlen-Schillerporling wächst als konsolenförmiger, fächerartiger Porenpilz meist in dachziegelartig übereinander gestapelten Gruppen am Stamm. Die Hutoberseite ist jung ockerbraun bis rostbraun gefärbt, mit feiner, filziger bis samtiger Oberfläche und oft zonierter Zeichnung. Im Alter vergrauen die Fruchtkörper und werden hart und korkig. Die Unterseite trägt feine, cremefarbene bis bräunliche Poren, die sich bei Druck oder Verletzung charakteristisch dunkel verfärben – daher der Name Schillerporling. Das Fleisch ist zäh, korkig-faserig und rostbraun.

Standort und Verbreitung

Der Erlen-Schillerporling ist in Europa weit verbreitet und bevorzugt feuchte, grundwassernahe Standorte wie Bruch- und Auwälder. Hauptwirt ist die Erle (Alnus), nur selten werden andere Laubbäume besiedelt. Der Pilz tritt sowohl als Schwäche- oder Wundparasit an lebenden Bäumen als auch als Saprobiont an abgestorbenem Holz auf und verursacht eine Weißfäule. Die Erscheinungszeit liegt zwischen August und November.

Besonderheiten

Als Schwäche- und Wundparasit befällt der Erlen-Schillerporling geschwächte oder verletzte Erlen und kann deren Absterben beschleunigen. Für den Menschen gilt er als ungenießbar, da das Fruchtfleisch zäh und korkig ist. Eine mögliche Verwechslung besteht mit anderen Schillerporlingen, die jedoch meist andere Wirtsbäume bevorzugen. Der Pilz spielt eine wichtige ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf feuchter Waldgesellschaften, indem er Totholz abbaut und so Lebensraum für zahlreiche holzbewohnende Insekten und weitere Organismen schafft.