Scheinbuchen-Fadenstachelpilz (Mycoacia nothofagi)
Name
Scheinbuchen-Fadenstachelpilz (Mycoacia nothofagi)
Familie
Polyporaceae
Merkmale
Der Scheinbuchen-Fadenstachelpilz wächst als resupinat ausgebreiteter, also flach dem Substrat anliegender Belag ohne erkennbaren Hut. Die Fruchtschicht ist mit feinen, dicht stehenden Stacheln oder Zähnchen besetzt, die der Art ihren Namen geben. Im Gesamteindruck wirkt der Pilz beim flüchtigen Vorbeigehen unscheinbar und leicht zu übersehen. Erst bei näherer Betrachtung offenbart sich die feine Struktur der Stacheln, die dem Pilz ein zierliches, fast elegantes Aussehen verleihen. Die Färbung ist typischerweise cremeweiß bis ockergelb.
Standort und Verbreitung
Die Art wächst bevorzugt auf totem Buchenholz, also auf Stämmen, Ästen und Stubben abgestorbener Laubbäume, insbesondere der Rotbuche. Sie besiedelt feuchte, schattige Waldstandorte mit reichem Totholzangebot, wie sie in naturnahen Buchenwäldern vorkommen. Der Scheinbuchen-Fadenstachelpilz gilt als selten und ist in Mitteleuropa nur vereinzelt nachgewiesen. Ein Fundort ist der nördliche Ith in Niedersachsen, ein bewaldeter Höhenzug im Weserbergland. Die Erscheinungszeit liegt vorwiegend im Frühjahr und Sommer, Funde sind von Mai bis in den Herbst möglich.
Besonderheiten
Der Scheinbuchen-Fadenstachelpilz gilt als seltene und wenig erforschte Art, über deren genaue Verbreitung und Ökologie bislang nur begrenzte Daten vorliegen. Aufgrund seiner Seltenheit und seiner Bindung an naturnahe Buchenwälder mit ausreichend Totholz ist er als potenziell gefährdet einzustufen. Er hat keine Bedeutung als Speisepilz. Als Weißfäuleerreger spielt er eine Rolle im Holzabbau und damit im Nährstoffkreislauf des Waldes. Verwechslungen mit anderen resupinaten Stachelpilzen ähnlicher Gattungen sind möglich, eine sichere Bestimmung erfordert oft mikroskopische Untersuchungen.