Blauer Saftporling (Spongiporus caesius)

Der Blaue Saftporling erzeugt eine Braunfäule im Substrat

Name

Blauer Saftporling (Spongiporus caesius)

Familie

Polyporaceae

Merkmale

Der Blaue Saftporling bildet kleine, halbkreisförmige bis muschelartige Fruchtkörper, die meist dachziegelartig übereinander wachsen. Die Oberfläche ist weißlich bis blaugrau gefärbt, wobei die bläuliche Tönung besonders bei Druck oder Verletzung deutlich hervortritt – daher der treffende deutsche Name. Die Poren auf der Unterseite sind fein und ebenfalls weißlich bis bläulich. Das Fleisch ist saftig-weich, wässrig und von zäher bis schwammiger Konsistenz.

Standort und Verbreitung

Der Blaue Saftporling wächst ganzjährig auf morschem Nadelholz, bevorzugt auf Fichte, seltener auf Kiefer oder anderen Nadelbaumarten. Er besiedelt liegendes Totholz, Baumstümpfe und abgestorbene Stämme in Nadelwäldern. Die Art ist in Europa weit verbreitet und in gemäßigten Klimazonen häufig anzutreffen. Da er ganzjährig fruktifiziert, gibt es keine streng begrenzte Erscheinungszeit – Fruchtkörper können von Januar bis Dezember gefunden werden.

Besonderheiten

Als Braunfäuleerreger baut der Blaue Saftporling vor allem Cellulose und Hemicellulosen aus dem Holz ab. Das zurückbleibende, ligninreiche Holz verfärbt sich braun und zerfällt charakteristisch würfelartig. Dieser Zersetzungsprozess spielt eine wichtige ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldes. Der Pilz gilt als nicht essbar. Als Verwechslungsart kommt der Fastblaue Saftporling in Betracht, der ebenfalls ähnliche Fruchtkörper bildet und anhand mehrerer Merkmale unterschieden werden muss.