Dunkelvioletter Dickfuß (Cortinarius violaceus)
Name
Dunkelvioletter Dickfuß (Cortinarius violaceus)
Familie
Schleierlingsverwandte (Cortinariaceae)
Merkmale
Der Dunkelviolette Dickfuß ist durch seine auffällige, tief dunkelviolette Färbung sehr charakteristisch – Hut, Stiel und junge Lamellen können intensiv violett gefärbt sein. Mit zunehmender Reife verfärben sich die Lamellen jedoch durch die heranreifenden Sporen zunehmend bräunlich. Der Hut erreicht einen Durchmesser von etwa fünf bis fünfzehn Zentimetern, ist jung halbkugelig bis gewölbt und später ausgebreitet, mit fein schuppiger oder filziger Oberfläche. Der Stiel ist kräftig, zylindrisch bis keulig verdickt, was dem Pilz seinen volkstümlichen Namen Dickfuß eingebracht hat. Typisch für Schleierlinge ist das spinnwebartige Velum, die sogenannte Cortina, die bei jungen Exemplaren die Lamellen schützt und später meist weitgehend verschwindet.
Standort und Verbreitung
Der Dunkelviolette Dickfuß wächst bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, kann aber auch in Nadelwäldern vorkommen. Er bildet Ektomykorrhiza mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen und bevorzugt häufig saure, humusreiche Böden. Moore können zu seinen Lebensräumen gehören, sind aber nicht als typischer oder ausschließlicher Lebensraum der Art anzusehen. Die Art ist in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet, jedoch vielerorts selten. Die Erscheinungszeit liegt zwischen August und Oktober.
Besonderheiten
Der Dunkelviolette Dickfuß wird in der Literatur als essbar angegeben, ist jedoch aufgrund seiner Seltenheit und der schwierigen Bestimmung von Schleierlingen nicht zum Sammeln zu empfehlen. Wegen seiner Seltenheit ist er regional gefährdet. In der niedersächsischen Roten Liste der Großpilze wird Cortinarius violaceus in der Fassung von 1995 als stark gefährdet (RL 2) geführt. Diese Einstufung ist jedoch veraltet: Eine aktuelle niedersächsische Rote Liste der Großpilze liegt derzeit noch nicht vor; der NLWKN arbeitet an einer Aktualisierung. Bundesweit wird die Art in der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet geführt. Volkstümlich wird sie auch Mitternachtspilz genannt, ein Name, der ihre dunkle Färbung beschreibt. Verwechslungen mit anderen violetten Schleierlingen sind möglich; die intensive dunkelviolette Gesamtfärbung ist zwar charakteristisch, allein jedoch kein absolut zuverlässiges Erkennungsmerkmal.