Specht- oder Elsterntintling: Autolyse und Tinten-Herstellung
Der Elsterntintling verflüssigt sich nach Beendigung seines Wachstums – ein faszinierendes und typisches Merkmal der Tintlinge. Dieser Vorgang wird als Autolyse bezeichnet, also die Selbstauflösung abgestorbener Körperzellen. Übrig bleibt eine schwarze, tintenähnliche Flüssigkeit, die gleichzeitig die Sporen des Pilzes enthält und so zur Verbreitung beiträgt. Aus dieser Flüssigkeit wurde früher tatsächlich Tinte hergestellt – daher auch der treffende Name der ganzen Pilzgruppe. Der Prozess verläuft erstaunlich schnell: Innerhalb weniger Stunden kann ein prachtvoller Fruchtkörper vollständig zerfließen. Dieses schöne Exemplar fand ich im September 2009 bei Langenfeld im Süntel.