Fischeierschleimpilz (Tubifera ferruginosa)

Den Fischeierschleimpilz findet man von Mai bis Oktober auf Totholz

Name

Fischeierschleimpilz (Tubifera ferruginosa)

Familie

Reticulariaceae

Merkmale

Tubifera ferruginosa, bekannt als Fischeierschleimpilz, bildet auffällige, dicht gepackte Sporenkörper, die im jungen Zustand rosa bis hellrot gefärbt sind und im Alter eine rostbraune bis dunkelbraune Farbe annehmen. Die einzelnen, röhrenförmigen Sporangien sind eng aneinandergereiht und erinnern in ihrer Gesamtform tatsächlich an einen Laich- oder Fischeierhaufen. Das Plasmodium ist zunächst weißlich bis cremefarbig und kriecht vor der Sporenbildung aktiv über das Substrat.

Standort und Verbreitung

Der Fischeierschleimpilz wächst auf totem Holz, bevorzugt auf Nadelholz wie Fichte oder Kiefer, seltener auf Laubholz. Er besiedelt feuchte Wälder und ist in Europa weit verbreitet, kommt aber auch in Nordamerika und anderen gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vor. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Mai bis Oktober, mit einem Schwerpunkt in den feuchten Sommermonaten.

Besonderheiten

Eine bemerkenswerte ökologische Wechselbeziehung verbindet Tubifera ferruginosa mit der Fliege Epicypta testata aus der Familie der Pilzmücken (Mycetophilidae). Die Weibchen dieser Fliege legen ihre Eier gezielt in das lebende Plasmodium des Schleimpilzes. Larven und Nymphen entwickeln sich im Inneren des Fruchtkörpers und tragen nach ihrer Verpuppung und dem Schlüpfen aktiv zur Sporenverbreitung bei, indem sie Sporen an ihrem Körper transportieren. Diese Interaktion ist ein seltenes Beispiel für eine enge Bindung zwischen einem Schleimpilz und einem Insekt. Tubifera ferruginosa gilt als ungiftig und ist für den Menschen harmlos, hat jedoch keine kulinarische Bedeutung.