Fadenstäubchen Stemonitis spec.

Feuchtigkeitsliebende Art auf Laub- oder Nadelbaum-Totholz

Name

Stemonitis spec.

Familie

Stemonitidaceae

Merkmale

Die Fruchtkörper der Gattung Stemonitis, auch Fadenstäubchen genannt, sind schlanke, zylindrische Sporangien, die büschelartig in dichten Gruppen auftreten. Sie sind charakteristisch gestielt. Der dunkle, fadenförmige Stiel befindet sich unterhalb des Fruchtkörpers, während sich im Inneren eine zentrale Columella durch das Sporangium zieht und das Capillitium trägt. Im reifen Zustand sind die Sporangien meist rostbraun bis dunkelbraun gefärbt. Die Oberfläche ist von einem feinen Netz aus Fäden (Capillitium) durchzogen, das nach dem Zerfall der äußeren Hülle sichtbar wird und bei der Sporenverbreitung eine wichtige Rolle spielt. Unreife Fruchtkörper erscheinen noch glatt und geschlossen. Die einzelnen Arten der Gattung sind einander sehr ähnlich und ohne mikroskopische Untersuchung kaum sicher zu unterscheiden.

Standort und Verbreitung

Stemonitis-Arten sind feuchtigkeitsliebend und besiedeln bevorzugt abgestorbenes Holz von Laub- und Nadelbäumen (Totholz), wo sie auf der Rinde oder im morschen Holz erscheinen. Sie kommen weltweit vor und sind in gemäßigten Wäldern weit verbreitet, darunter auch in Deutschland, wie ein Fund aus dem östlichen Süntel (Niedersachsen) aus dem August 2010 belegt. Die Erscheinungszeit liegt hauptsächlich in den feuchten Sommermonaten von Juni bis September, wobei warme und niederschlagsreiche Perioden das Auftreten begünstigen.

Besonderheiten

Stemonitis gehört zu den Myxomyceten (Schleimpilzen), die weder echte Pilze noch Pflanzen sind, sondern zu den Amoebozoa innerhalb der Eukaryoten gehören. Eine sichere Bestimmung bis auf Artniveau ist in der Regel nur durch mikroskopische Untersuchung möglich, da die Arten der Gattung makroskopisch kaum zu unterscheiden sind. Verwechslungen mit anderen ähnlichen Schleimpilzgattungen sind möglich. Stemonitis-Arten sind Teil der Lebensgemeinschaften auf Totholz und tragen als räuberische Mikroorganismen, die unter anderem Bakterien aufnehmen, zum Nährstoffkreislauf bei. Eine Giftigkeit ist nicht bekannt, und die Arten haben keine wirtschaftliche oder kulinarische Bedeutung.