Weißgelbes Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides)
Name
Weißgelbes Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides)
Familie
Ceratiomyxaceae
Merkmale
Das Weißgelbe Netzpolster bildet kissenartige, netzförmig strukturierte Polster, die je nach Lichteinfall weiß bis cremegelblich erscheinen. Die Oberfläche zeigt ein charakteristisches wabenartiges oder poröses Muster, das der Varietät ihren Namen gibt. Die Fruchtkörper können flächige, zusammenhängende Überzüge auf dem Substrat bilden und wirken bei feuchter Witterung gallertartig-weich. Größere Exemplare wie der Deister-Fund von 2010 fallen durch ihre auffällige Ausdehnung auf.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt stark vermorschtes Totholz in Laub- und Mischwäldern, gelegentlich auch anderes organisches Material im Laubstreu. Sie ist in Europa weit verbreitet und tritt vor allem in feuchten, schattigen Waldlagen auf. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Oktober bis April, also vorwiegend in der kühlen und feuchten Jahreshälfte, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch und das Totholz gut durchfeuchtet ist.
Besonderheiten
Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides gehört zu den Schleimpilzen (Myxomyceten), die weder zu den echten Pilzen noch zu den Pflanzen zählen, sondern heute den Protisten zugeordnet werden. Die Nominatvarietät Ceratiomyxa fruticulosa bildet im Unterschied zur Varietät porioides aufrechte, korallenartige Äste statt eines Netzpolsters. Beide Formen können gelegentlich nebeneinander auftreten, was die Bestimmung erschwert. Eine Verwechslung ist mit anderen weißlichen Schleimpilzen auf Totholz möglich. Die Art gilt als ungiftig und ist ökologisch bedeutsam, da sie am Abbau von Totholz beteiligt ist.