Weißgelbes Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides)
Name
Weißgelbes Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides)
Familie
Ceratiomyxaceae
Merkmale
Das Weißgelbe Netzpolster bildet kissenartige, netzförmig strukturierte Polster, die je nach Lichteinfall weiß bis cremegelblich erscheinen. Die Oberfläche zeigt ein charakteristisches wabenartiges oder poröses Muster, das der Varietät ihren Namen gibt. Die Fruchtkörper können flächige, zusammenhängende Überzüge auf dem Substrat bilden und wirken bei feuchter Witterung gallertartig-weich. Größere Exemplare wie der Deister-Fund von 2010 fallen durch ihre auffällige Ausdehnung auf.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt stark vermorschtes Totholz in Laub- und Mischwäldern, gelegentlich auch anderes organisches Material im Laubstreu. Sie ist in Europa weit verbreitet und tritt vor allem an feuchten Standorten auf. Die Erscheinungszeit liegt in Mitteleuropa vor allem im späten Frühjahr und Sommer, wobei die Fruchtkörper besonders nach feuchten Witterungsperioden auftreten.
Besonderheiten
Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides gehört zu den Schleimpilzen und wird traditionell als Varietät von Ceratiomyxa fruticulosa geführt. Molekulare Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die poroide Form genetisch deutlich von Ceratiomyxa fruticulosa unterschieden ist und als eigenständige Art Ceratiomyxa porioides aufgefasst werden kann. Die Nominatform Ceratiomyxa fruticulosa bildet überwiegend aufrechte, säulen- oder korallenartig verzweigte Fruktifikationen, während Ceratiomyxa porioides flache, poroide Fruchtkörper bildet. Beide Formen können morphologisch ineinander übergehen. Die Sporen werden bei Ceratiomyxa außen auf den Sporophoren gebildet. Die Art wächst auf totem Holz und ist Teil der mikrobiellen Lebensgemeinschaften, die mit dem Abbau von Totholz verbunden sind.