Gelber Scheinhaarstäubling (Hemitrichia clavata)
Name
Gelber Scheinhaarstäubling (Hemitrichia clavata)
Familie
Trichiidae
Merkmale
Der Gelbe Scheinhaarstäubling bildet gestielte Sporokarpien, die durch ihre leuchtend gelbe bis goldgelbe Färbung auffallen. Charakteristisch sind die unregelmäßig dicken Stiele, die allmählich und ohne deutlichen Absatz in die Sporokarpie übergehen. Die Sporenkapsel ist keulenförmig bis eiförmig. Im Inneren befinden sich neben den Sporen elastische Capillitiumfäden, die typisch für die Gattung Hemitrichia sind und beim Öffnen der reifen Sporokarpie hervorquellen. Die Sporen sind gelblich und fein warzig ornamentiert.
Standort und Verbreitung
Hemitrichia clavata wächst auf Totholz, bevorzugt auf abgestorbenen Laubbäumen, wo er feuchte, schattige Bedingungen bevorzugt. Der Schleimpilz ist in Europa weit verbreitet und kommt in Laub- und Mischwäldern vor. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von August bis Mai, womit die Art einen ungewöhnlich langen Fruchtkörperzeitraum abdeckt, der auch die Wintermonate einschließt. Der im Text beschriebene Fund stammt aus den Bückebergen in Niedersachsen, Oktober 2011.
Besonderheiten
Hemitrichia clavata gehört zu den Myxomyzeten, also den Schleimpilzen, die weder echte Pilze noch Pflanzen sind, sondern zu den Amoebozoa gehören. Eine wichtige Verwechslungsart ist Hemitrichia calyculata, die sich unter anderem durch einen anderen Übergang zwischen Stiel und Sporokarp unterscheidet. Das Merkmal des allmählichen Übergangs zwischen Stiel und Sporokarp ist daher ein wichtiges Bestimmungsmerkmal von Hemitrichia clavata. Schleimpilze sind für den Wald ökologisch wertvoll, da sie an der Zersetzung von organischem Material beteiligt sind und zur Nährstoffdynamik beitragen. Eine Gefährdung oder besondere Schutzrelevanz ist für diese Art nicht bekannt.