Großes Zweiblatt (Listera ovata)
Name
Großes Zweiblatt (Listera ovata)
Familie
Orchidaceae
Merkmale
Das Große Zweiblatt ist eine unscheinbare, aber charakteristische heimische Orchidee. Ihr auffälligstes Merkmal sind die zwei gegenständigen, eiförmigen Grundblätter, die der Art ihren Namen geben. Der aufrechte Stängel erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Die kleinen, gelblich-grünen Blüten sind in einer lockeren, ährenartigen Traube angeordnet und wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Die Lippe der Blüte ist zweilappig und nach unten gerichtet, was ein gutes Bestimmungsmerkmal darstellt.
Standort und Verbreitung
Das Große Zweiblatt besiedelt eine breite Palette von Lebensräumen: lichte Laub- und Mischwälder, Magerrasen, Wiesenbiotope sowie aufgelassene Steinbrüche. Anders als viele andere heimische Orchideen ist die Art nicht streng an kalkhaltige Böden gebunden, was ihre vergleichsweise weite Verbreitung erklärt. Sie kommt in weiten Teilen Europas und Asiens vor und ist in Deutschland noch recht häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Anfang Mai bis Ende Juni. Ein dokumentiertes Vorkommen befindet sich im alten Steinbruch Bockshorn bei Salzhemmendorf.
Besonderheiten
Trotz ihrer Zugehörigkeit zur artenreichen Familie der Orchideen gilt das Große Zweiblatt als eine der häufigsten und anpassungsfähigsten Orchideenarten Mitteleuropas. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch kleine Fliegen und Mücken, die vom Nektar angelockt werden. Verwechslungen sind am ehesten mit dem Kleinen Zweiblatt möglich, das jedoch deutlich kleinere Blätter und einen schlankeren Wuchs aufweist und zudem seltener ist. Das Große Zweiblatt steht wie alle europäischen Orchideen unter Naturschutz und darf nicht gepflückt oder ausgegraben werden. Aufgelassene Steinbrüche wie der Steinbruch Bockshorn erweisen sich als wertvolle Sekundärlebensräume für diese und andere Orchideenarten.