Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)

Epipactis atrorubens findet man in lichten Wäldern oder in Steinbrüchen

Name

Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)

Familie

Orchidaceae

Merkmale

Die Braunrote Stendelwurz erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm und wächst aufrecht mit wechselständig angeordneten, eiförmig-lanzettlichen Blättern. Charakteristisch ist die tief dunkelrote bis braunrote Färbung der Blüten, die der Art ihren deutschen Namen verleiht. Die Blüten sind kelchartig geöffnet und sitzen in einer einseitswendigen Traube. Die Lippe ist deutlich zweiteilig gegliedert und zeigt eine auffällige Zeichnung. Stängel und Blätter sind oft leicht behaart.

Standort und Verbreitung

Epipactis atrorubens ist eine ausgesprochen kalkliebende Art und bevorzugt trockene bis mäßig trockene, basenreiche Böden. Typische Lebensräume sind lichte Wälder, Waldränder, Wegränder, Steinbrüche sowie felsige Hänge und Kalkschuttfluren. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von den Britischen Inseln über Mittel- und Südeuropa bis nach Westasien. In Deutschland kommt sie vor allem in Kalkgebieten wie der Schwäbischen Alb, dem Fränkischen Jura und den Alpenvorländern vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.

Besonderheiten

Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Hautflügler, insbesondere durch verschiedene Bienen- und Wespenarten, die von den Blüten angelockt werden. Die Blüten bieten dabei Nektar als Belohnung an. Die Braunrote Stendelwurz steht wie alle heimischen Orchideen unter besonderem gesetzlichem Schutz und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. In vielen Bundesländern gilt sie als gefährdet. Verwechslungen sind möglich mit der Violetten Stendelwurz, die ähnliche Standorte besiedelt. Die Art ist auf eine Mykorrhiza-Symbiose mit bestimmten Bodenpilzen angewiesen und daher schwer zu kultivieren.