Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)

Ophrys apifera blüht von Juni bis Juli auf Magerwiesen

Name

Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)

Familie

Orchidaceae

Merkmale

Die Bienen-Ragwurz ist eine aufsehenerregende heimische Orchidee mit einer charakteristischen Lippe, die täuschend echt einer Biene ähnelt. Die Blüten zeigen rosafarbene bis weißliche Kelchblätter, während die dreilappige Lippe samtig-braun gefärbt ist und ein auffälliges, oft gelblich gerandetes Muster trägt. Der aufrechte Stängel erreicht Wuchshöhen von etwa 15 bis 45 Zentimetern und trägt mehrere Blüten in einer lockeren Ähre.

Standort und Verbreitung

Die Art besiedelt Magerwiesen, lichte Wälder und Halbtrockenrasen – also nährstoffarme, meist kalkhaltige Standorte mit guter Besonnung. In Deutschland kommt sie vor allem im Hügel- und Bergland vor, während sie im norddeutschen Flachland, etwa im niedersächsischen Tiefland, eine ausgesprochene Rarität darstellt. Europaweit reicht das Verbreitungsgebiet von Großbritannien und Irland über Mitteleuropa bis in den Mittelmeerraum. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.

Besonderheiten

Die Bienen-Ragwurz besitzt eine ungewöhnliche Bestäubungsstrategie: Anders als viele andere Ragwurz-Arten wird sie häufig durch Selbstbestäubung bestäubt. Dabei können sich die Pollinien aus eigener Bewegung auf die Narbe absenken und die Bestäubung ohne den Besuch eines Bestäubers ermöglichen. Im Hügel- und Bergland Deutschlands wird die Art in regionalen Roten Listen teilweise als gefährdet eingestuft. Hauptgefährdungsursachen sind der Verlust magerer Standorte durch Nutzungsaufgabe, Verbuschung oder intensive Düngung. Verwechslungen sind mit anderen heimischen Ragwurz-Arten möglich, die jedoch meist abweichende Lippenzeichnungen aufweisen.