Kuckucks-Knabenkraut (Orchis mascula)

Das Kuckucks-Knabenkraut findet man auf Magerrasen oder im Wiesenbiotop

Name

Kuckucks-Knabenkraut (Orchis mascula)

Familie

Orchidaceae (Orchideengewächse)

Merkmale

Das Kuckucks-Knabenkraut ist eine ausdauernde Knollenorchidee, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht. Die lanzettlichen Grundblätter sind oft mit dunkelvioletten Flecken gezeichnet, was die Art von vielen anderen Wiesenorchideen unterscheidet. Die Blüten sind purpurviolett bis rosa gefärbt und in einer dichten, aufrechten Ähre angeordnet. Die Lippe ist dreilappig und weist einen nach hinten gerichteten Sporn auf. Der Helm wird aus den zusammenneigenden äußeren Perigonblättern gebildet.

Standort und Verbreitung

Die Art besiedelt lichte Laubwälder, Magerrasen und Wiesenbiotope, bevorzugt auf basen- bis kalkreichen, mäßig feuchten Böden. In Deutschland kommt sie vor allem im Hügel- und Bergland vor, im Flachland ist sie deutlich seltener. In Niedersachsen gilt sie im Hügelland als gefährdet (Rote Liste 3) und im Flachland als vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1). Die Blütezeit erstreckt sich von Ende April bis Anfang Juni.

Besonderheiten

Das Kuckucks-Knabenkraut steht wie alle heimischen Orchideen unter besonderem gesetzlichem Schutz und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Die Art täuscht Bestäuber durch ihre auffälligen Blüten, ohne Nektar anzubieten – ein als Täuschbestäubung bezeichnetes Prinzip. Verwechslungen sind mit anderen violett blühenden Knabenkräutern möglich, etwa dem Helm-Knabenkraut oder dem Brandknabenkraut. Entscheidendes Unterscheidungsmerkmal sind die gefleckten Blätter. Der volkstümliche Name Kuckucks-Knabenkraut verweist auf die Blütezeit, die mit dem Ruf des Kuckucks zusammenfällt. Durch Intensivierung der Landwirtschaft und den Rückgang extensiv genutzter Wiesen sind die Bestände in weiten Teilen Deutschlands stark zurückgegangen.