Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
Name
Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
Familie
Orchidaceae
Merkmale
Die Mücken-Händelwurz ist eine ausdauernde Knollenorchidee, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Die lanzettlichen, ungefleckten Blätter sind wechselständig am Stängel angeordnet. Der dichte, ährenartige Blütenstand trägt zahlreiche kleine, intensiv rosa bis purpurrote, selten weiße Blüten. Charakteristisch ist der lange, fadenförmige Sporn, der deutlich länger als der Fruchtknoten ist. Die Blüten verströmen einen angenehmen, vanilleartigen Duft.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt Feuchtwiesen, Magerrasen sowie Quell- und Flachmoore. Sie bevorzugt kalkreiche, nährstoffarme und mäßig feuchte Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Gymnadenia conopsea ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet, in Deutschland jedoch regional stark zurückgegangen. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli.
Besonderheiten
Die Mücken-Händelwurz gilt in Niedersachsen als stark gefährdet: Im Flachland wird sie in der Roten Liste mit RL1 (vom Aussterben bedroht) geführt, im Bergland mit RL3 (gefährdet). Hauptursachen des Rückgangs sind Entwässerung, Düngung und die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen wie Mahd und Beweidung. Die Art ist auch unter den Namen Fliegen-Händelwurz oder Große Händelwurz bekannt. Als Bestäuber dienen vor allem Schmetterlinge und Nachtfalter, die vom Duft angelockt werden. Verwechslungen sind mit der Kleinen Händelwurz möglich, die einen kürzeren Sporn besitzt. Alle heimischen Orchideen, darunter auch diese Art, sind nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.