Steifblättriges Widertonmoos (Polytrichum strictum)

Das Steifblättrige Widertonmoos wächst bevorzugt auf Torfmoosen im Hochmoor-Biotop

Name

Steifblättriges Widertonmoos (Polytrichum strictum)

Familie

Polytrichaceae

Merkmale

Das Steifblättrige Widertonmoos erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 15 cm und zählt damit zu den größeren Laubmoosen. Die Stämmchen wachsen aufrecht und dicht gedrängt, was zur charakteristischen Bultbildung führt. Die Blätter sind steif abstehend, schmal-lanzettlich und besitzen eine kräftige Rippe. Die Blattränder sind durch eine helle, scheidenförmige Basis deutlich abgesetzt. Die Färbung reicht von frischem Grün bis hin zu gelblich-bräunlichen Tönen, besonders an älteren Pflanzenteilen. Wie alle Vertreter der Polytrichaceae trägt die Art auffällige, gestielte Sporenkapseln mit einem charakteristischen, viereckigen Querschnitt.

Standort und Verbreitung

Polytrichum strictum wächst bevorzugt auf Torfmoosen in Hochmoor-Biotopen sowie an sonstigen bodensauren, nährstoffarmen Standorten. Die Art ist eng an feuchte bis nasse Moorstandorte gebunden und gilt als typische Begleitart von Torfmoosen. Sie kommt in weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre vor, darunter Europa, Nordamerika und Asien, mit Schwerpunkt in borealen und subatlantischen Regionen. In Deutschland findet sie sich vor allem in den Tieflandmooren Norddeutschlands, so etwa im Wunstorfer Moor in der Region Hannover. Die Sporenkapseln reifen überwiegend im Frühjahr bis Frühsommer, die Hauptwachstumszeit liegt zwischen April und Juni.

Besonderheiten

Das Steifblättrige Widertonmoos ist ein wichtiger Bestandteil von Hochmoorgesellschaften und spielt dort eine bedeutende ökologische Rolle. Durch seine dichte Bultbildung schafft es Mikrohabitate für andere Moororganismen. Die Art ist an nährstoffarme, saure und dauerhaft feuchte Moorstandorte angepasst und daher naturschutzfachlich bedeutsam. Verwechslungen sind möglich mit anderen Frauenhaarmoosen wie dem Gemeinen Widertonmoos, das jedoch weniger stark an nasse Moorstandorte gebunden ist. Aufgrund des Rückgangs geeigneter Moorlebensräume durch Entwässerung und Torfabbau ist Polytrichum strictum in Deutschland als gefährdet (RL 3) eingestuft.