Sumpf-Torfmoos (Sphagnum cf. palustre)

Die überwiegende Anzahl der Sphagnum-Arten wächst im Moor-Biotop

Name

Sumpf-Torfmoos (Sphagnum palustre)

Familie

Sphagnaceae

Merkmale

Das Sumpf-Torfmoos ist ein kräftig gebautes Torfmoos mit breiten, löffel- bis kahnförmig gehöhlten Blättern, was ihm seinen Beinamen Kahnblättriges Torfmoos eingebracht hat. Die Pflanze wächst in dichten, polsterartigen Rasen und zeigt eine Färbung von blassgrün über gelbgrün bis hin zu bräunlichen Tönen, je nach Licht- und Feuchtigkeitsverhältnissen. Wie alle Torfmoose besitzt es im Blattgewebe große, tote Hyalinzellen, die Wasser speichern können, sowie lebende Chloroplasten-Zellen. Die Äste sind in charakteristischen Büscheln am Stämmchen angeordnet, wobei hängende Äste den Stamm umhüllen.

Standort und Verbreitung

Das Sumpf-Torfmoos besiedelt vor allem feuchte bis nasse, nicht zu nährstoffarme Standorte. Typische Wuchsorte sind Niedermoore, Quellmoore, Bruchwälder, feuchte Wälder an Bächen, Nasswiesen sowie nasse Wegböschungen. Auch in Sand- und Kiesgruben kann die Art vorkommen. In Hochmooren ist sie dagegen meist nicht typisch und fehlt dort weitgehend, kann aber gelegentlich in Rand- und Übergangsbereichen auftreten. Sphagnum palustre gehört zu den häufigeren Torfmoosen und ist in Deutschland weit verbreitet. Die Art kommt in weiten Teilen Europas sowie in Teilen Nordamerikas und Asiens vor.

Besonderheiten

Die Bestimmung einzelner Torfmoos-Arten ist selbst für Fachleute anspruchsvoll, da sich die Arten der Gattung optisch sehr ähneln und eine sichere Foto-Bestimmung bis auf Artniveau häufig nicht möglich ist. Torfmoose spielen ökologisch eine herausragende Rolle: Sie regulieren den Wasserhaushalt ihrer Standorte, speichern enorme Mengen CO2 im Torf und schaffen einzigartige Lebensräume. Historisch wurde Torfmoos als Verbandsmaterial und Dämmmittel genutzt. Das Sumpf-Torfmoos ist in Deutschland aktuell nicht als gefährdet eingestuft, jedoch sind seine Lebensräume durch Entwässerung und Nutzungsintensivierung unter Druck.