Bach-Spatenmoos (Scapania undulata)
Name
Bach-Spatenmoos (Scapania undulata)
Familie
Scapaniaceae
Merkmale
Das Bach-Spatenmoos ist ein Lebermoos mit charakteristisch zweilappigen Blättern, deren Unterlippe deutlich größer ist als die Oberlippe – typisch für die Gattung Scapania. Die Blätter sind wellig bis gekräuselt, was dem Artepitheton undulata seinen Namen gibt. Die Färbung variiert je nach Lichteinfall und Wasserverfügbarkeit von hellgrün über olivgrün bis hin zu rötlich-braun oder purpurfarben. Die Pflanzen bilden dichte, flache Rasen oder Polster und können mehrere Zentimeter lang werden.
Standort und Verbreitung
Das Bach-Spatenmoos besiedelt ausschließlich dauerfeuchte, kalkfreie und meist schattige Standorte. Typische Wuchsorte sind überrieselte Felsen, Bachränder, Wasserfälle sowie nasse Gesteinsoberflächen in Schluchten. Die Art bevorzugt deutlich höhere Lagen und ist in Mittelgebirgen und Gebirgsregionen verbreitet, im Flachland hingegen selten. In Deutschland kommt sie unter anderem im Harz, im Schwarzwald, in der Eifel und im Süntel vor. Europaweit ist sie weit verbreitet, mit Schwerpunkt in atlantisch geprägten, niederschlagsreichen Regionen. Als immergrünes Moos ist es ganzjährig zu finden, besonders gut ausgeprägte Bestände lassen sich im Frühjahr und Herbst beobachten.
Besonderheiten
Das Bach-Spatenmoos gilt als Zeigerart für saubere, unbelastete Gewässer und intakte, naturnahe Bachläufe. Sein Vorkommen weist auf gute Wasserqualität und stabile Feuchtigkeitsverhältnisse hin. Die Art ist gegenüber Kalkeinträgen und Wasserverschmutzung empfindlich und kann daher als Bioindikator für den ökologischen Zustand von Bachhabitaten dienen. Verwechslungen sind mit anderen Spatenmoos-Arten möglich, die ähnliche Standorte besiedeln. Eine genaue Bestimmung erfordert oft die mikroskopische Untersuchung der Blattstruktur. In der Roten Liste ist die Art in Deutschland derzeit nicht als gefährdet eingestuft, lokal kann sie jedoch durch Gewässerverbauung und Entwässerung unter Druck geraten.