Sparriges Seitenfruchtmoos (Pleurochaete cf. squarrosa)
Name
Sparriges Seitenfruchtmoos (Pleurochaete squarrosa)
Familie
Pottiaceae
Merkmale
Das Sparrige Seitenfruchtmoos bildet dichte, meist bräunlich-grüne bis gelbgrüne Rasen. Charakteristisch sind die sparrig abstehenden, zungenförmigen Blätter, die trocken stark eingerollt und gedreht erscheinen und der Art ihren deutschen Namen verleihen. Die Blattrippe ist kräftig ausgeprägt und läuft als kurze Stachelspitze aus. Die Sporophyten mit ihren aufrechten, zylindrischen Kapseln erscheinen seitlich an den Stämmchen, was das namensgebende Merkmal Seitenfruchtmoos erklärt. Die Pflanzen erreichen typischerweise Wuchshöhen von einem bis drei Zentimetern.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt bevorzugt sonnige, trockene und kalkreiche Standorte wie Trockenrasen, Halbtrockenrasen, Böschungen, Wegränder und Kiesgruben. Sie gilt als charakteristische Moosart der Kalkmagerrasen und ist ein guter Zeiger für wärme- und trockenheitsgeprägte Lebensräume. In Deutschland kommt sie vor allem in wärmebegünstigten Regionen vor, darunter Mittel- und Süddeutschland sowie vereinzelt im nordwestdeutschen Bergland, wie der Nachweis im Süntel (Juli 2010) belegt. Europaweit reicht die Verbreitung von der Mittelmeerregion bis in gemäßigte Breiten. Die Sporenkapseln reifen vorwiegend im Frühjahr bis Frühsommer.
Besonderheiten
Das Sparrige Seitenfruchtmoos wird in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet (RL 3) eingestuft. Der Rückgang ist vor allem auf den Verlust von Magerrasen und Trockenstandorten durch Nutzungsaufgabe, Verbuschung und Eutrophierung zurückzuführen. Die Art reagiert empfindlich auf Stickstoffeintrag und Beschattung. Verwechslungen sind mit anderen Trockenrasenmoosen aus der Familie der Pottiaceae möglich, die ebenfalls sparrig abstehende Blätter ausbilden können. Der Fundort Süntel im Weserbergland liegt am nördlichen Rand des bekannten Verbreitungsgebietes und ist naturschutzfachlich bemerkenswert.