Korallenmoos (Riccardia chamedryfolia)

Korallenmoos oder Mini-Pelliamoos (Riccardia chamedryfolia)

Name

Korallenmoos (Riccardia chamedryfolia)

Familie

Aneuraceae

Merkmale

Das Korallenmoos ist ein kleines Lebermoos mit charakteristisch verzweigten, flachen Thalli, die an Korallen erinnern – daher der treffende deutsche Name. Die Pflanze wächst kriechend und bildet dichte, dunkelgrüne bis olivgrüne Matten. Die Äste sind schmal und mehrfach gefiedert, was dem Moos ein zierliches, farnähnliches Aussehen verleiht. Die Oberfläche wirkt glänzend und ist bei Feuchtigkeit besonders lebhaft gefärbt.

Standort und Verbreitung

Das Korallenmoos besiedelt basenreiche und dauerhaft feuchte Standorte wie Bachränder, Quellbereiche und Gräben. Es wächst auf überflutetem Gestein, auf Totholz sowie auf freiliegenden Baumwurzeln. Seltener findet es sich im Niedermoor auf Torf oder abgestorbenen Pflanzenteilen. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, bevorzugt jedoch kühl-feuchte, schattige Lagen in Mittel- und Nordeuropa. Als immergrünes Moos ist es ganzjährig zu beobachten, besonders auffällig jedoch in den feuchten Monaten von Herbst bis Frühjahr.

Besonderheiten

Das Korallenmoos ist auch unter dem Namen Mini-Pelliamoos bekannt, was auf seine Ähnlichkeit mit Arten der Gattung Pellia hinweist. Verwechslungen mit ähnlichen Riccardien oder anderen kleinen Lebermoosen sind möglich und erfordern genaue Betrachtung der Verzweigungsmuster. Die Art gilt in manchen Regionen als Zeigerpflanze für naturnahe, ungestörte Feuchtbiotope und ist ein Indikator für gute Wasserqualität. In der Roten Liste wird sie regional unterschiedlich eingestuft, ist jedoch in geeigneten Lebensräumen noch regelmäßig anzutreffen.