Großes Kranzmoos (Rhytidiadelphus triquetrus)

Rhytidiadelphus triquetrus findet man auf kalkhaltigen Böden

Name

Großes Kranzmoos (Rhytidiadelphus triquetrus)

Familie

Hylocomiaceae

Merkmale

Das Große Kranzmoos ist eines der auffälligsten und stattlichsten Laubmoose Mitteleuropas. Es bildet lockere, großflächige Rasen mit kräftigen, aufsteigenden bis aufrechten Stängeln, die 10 bis 20 Zentimeter, gelegentlich sogar bis 30 Zentimeter lang werden können. Die Stängel sind unregelmäßig bis doppelt gefiedert und verleihen der Pflanze ein buschiges, fast federartiges Erscheinungsbild. Die Blätter sind breit-eiförmig, mit einer langen, abstehenden bis zurückgebogenen Spitze, was dem Moos sein charakteristisches, zotteliges Aussehen gibt. Die Färbung reicht von frischem Gelbgrün bis hin zu kräftigem Grün, ältere Teile können bräunlich werden.

Standort und Verbreitung

Das Große Kranzmoos bevorzugt kalkhaltige bis basenreiche Böden und wächst in lichten Laub- und Mischwäldern, auf Waldwiesen, in alten Steinbrüchen sowie auf extensiv genutzten Wiesen und Wegrändern. Es verträgt mäßige Beschattung, gedeiht aber auch an offeneren Standorten. In Deutschland ist die Art in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland verbreitet und häufig; in Niedersachsen liegt der Verbreitungsschwerpunkt ebenfalls in den Mittelgebirgslagen, während Vorkommen im Flachland deutlich seltener sind. Europaweit ist das Große Kranzmoos von den Tieflagen bis in subalpine Höhenstufen anzutreffen. Als immergrünes Moos ist es ganzjährig zu beobachten, besonders auffällig jedoch im Frühjahr und Herbst, wenn die frischen grünen Rasen leuchtend hervortreten.

Besonderheiten

Das Große Kranzmoos ist in Deutschland nicht gefährdet. In geeigneten Lebensräumen kann es ausgedehnte Bestände bilden. Verwechslungen sind möglich mit dem Kleinen Kranzmoos und anderen großwüchsigen Waldmoosen, doch die abstehenden, zurückgebogenen Blattspitzen und der kräftige, buschige Wuchs machen das Große Kranzmoos bei genauer Betrachtung gut kenntlich. Eine wirtschaftliche Nutzung besteht heute kaum noch, historisch wurde es gelegentlich als Polstermaterial verwendet.