Flachblättriges Kratzmoos (Radula complanata)
Name
Flachblättriges Kratzmoos (Radula complanata)
Familie
Radulaceae
Merkmale
Radula complanata ist ein Lebermoos mit charakteristisch flach anliegenden, zweireihig angeordneten Blättern, die dem Substrat eng aufliegen und der Art ihren deutschen Namen verleihen. Die Blätter sind zweilappig: Ein größerer Oberlappen und ein kleinerer, umgeschlagener Unterlappen, der sogenannte Amphigastrien fehlen. Das Moos bildet dichte, gelblich-grüne bis bräunlich-grüne Überzüge und wächst kriechend mit verzweigten Sprossen. Die Oberfläche wirkt glatt und glänzend.
Standort und Verbreitung
Das Flachblättrige Kratzmoos wächst bevorzugt epiphytisch auf der Borke von Laubbäumen, besonders an Buchen, Eichen und Eschen. Seltener besiedelt es Gestein oder den Erdboden. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, kommt jedoch aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzung in stark belasteten Regionen kaum vor. Im niedersächsischen Flachland sind Vorkommen entsprechend selten. Eine ausgeprägte Jahreszeit für das Erscheinen gibt es nicht, da Lebermoose ganzjährig zu beobachten sind; Sporophyten reifen bevorzugt im Frühjahr.
Besonderheiten
Die Art ist auch unter dem Namen Abgeflachtes Kratz-Lebermoos bekannt. Radula complanata gilt als empfindlicher Bioindikator für Luftqualität: Ihr Fehlen in Ballungsräumen und industriell geprägten Landschaften weist auf erhöhte Schadstoffbelastung hin. In Niedersachsen ist sie im Flachland als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste Kategorie 2), im Bergland als gefährdet (Kategorie 3). Verwechslungen sind mit anderen flach wachsenden Lebermoosen möglich, etwa mit ähnlichen Arten aus der Gattung Porella, die sich jedoch durch vorhandene Amphigastrien unterscheiden.