Mauer-Drehzahnmoos (Tortula muralis)

Tortula muralis wächst auf sonnigen Mauern, auf Kalkgestein oder Beton

Name

Mauer-Drehzahnmoos (Tortula muralis)

Familie

Pottiaceae

Merkmale

Das Mauer-Drehzahnmoos bildet dichte, polsterförmige Rasen, die je nach Feuchtigkeitsgrad graugrün bis bräunlich erscheinen. Die kleinen Blättchen sind zungenförmig und besitzen eine kräftige Rippe, die als charakteristischer Haarspitze über die Blattspitze hinausragt. Diese silbrig glänzende Haarspitze ist ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal. Die Sporenkapsel sitzt aufrecht auf einem rötlichen Stiel und ist zylindrisch geformt. Trocken rollen sich die Blättchen ein, was dem Polster ein silbriges Aussehen verleiht.

Standort und Verbreitung

Das Mauer-Drehzahnmoos besiedelt bevorzugt sonnige, trockene Standorte auf Kalkgestein, Mauern, Beton und Putz. Natürliche Vorkommen konzentrieren sich auf Kalkgebiete, doch durch seine Toleranz gegenüber Trockenheit und Luftverschmutzung hat sich die Art weit in Siedlungsgebiete ausgedehnt. Sie ist in ganz Europa verbreitet und kommt von der Tiefebene bis in mittlere Gebirgslagen vor. Die Sporenreife erfolgt überwiegend von Frühjahr bis Frühsommer, etwa von März bis Juni, wobei die Sporophyten oft über mehrere Monate sichtbar bleiben.

Besonderheiten

Das Mauer-Drehzahnmoos gilt als ausgesprochener Kulturfolger und Pionier auf künstlichen Substraten. Seine bemerkenswerte Trockenheitsresistenz ermöglicht es ihm, selbst auf stark aufgeheizten Südmauern zu überleben. Die Art wird in der Bioindikation genutzt, da sie als Zeiger für kalkreiche, gut besonnte Standorte gilt. Verwechslungen sind mit ähnlichen Polstermoos-Arten möglich, die ebenfalls auf Mauern wachsen, jedoch fehlt diesen meist die charakteristische silbrige Haarspitze. Eine Gefährdung besteht nicht; die Art gilt als häufig und ungefährdet.