Polster-Kissenmoos (Grimmia pulvinata)
Name
Polster-Kissenmoos (Grimmia pulvinata)
Familie
Grimmiaceae
Merkmale
Das Polster-Kissenmoos bildet charakteristische, dicht gepackte, halbkugelförmige Polster, die einen Durchmesser von mehreren Zentimetern erreichen können. Die Blättchen sind lanzettlich und enden in einer langen, weißlichen Haarspitze, die dem Polster bei Trockenheit ein silbrig-graues Erscheinungsbild verleiht. Bei Feuchtigkeit nimmt das Moos eine sattgrüne Farbe an. Die Sporophyten besitzen längliche bis elliptische Kapseln. Bei jungen Sporophyten sind die Setae nach unten gebogen, sodass die Kapseln zunächst zwischen den Blättern des Polsters liegen; mit zunehmender Reife richten sich die Setae auf.
Standort und Verbreitung
Grimmia pulvinata bevorzugt kalkhaltige, trockene bis mäßig feuchte Standorte und besiedelt Felsen, Mauern, Beton und Dächer, seltener auch Baumrinde. Die Art ist ausgesprochen trockenheitsresistent und daher in Siedlungsgebieten, Städten und Dörfern weit verbreitet. Sie gilt als eine der häufigsten Moosarten Mitteleuropas und kommt von der Tiefebene bis in mittlere Gebirgslagen vor. Die Sporenreife findet überwiegend im Frühjahr, von März bis Mai, statt, doch können reife Kapseln auch außerhalb dieser Zeit angetroffen werden.
Besonderheiten
Das Polster-Kissenmoos gilt als ausgesprochener Kulturfolger und profitiert von menschlichen Bauwerken als Ersatzstandorte für natürliche Felsen. Seine hohe Trockentoleranz macht es zu einem typischen Pionier auf unwirtlichen Oberflächen wie Betonmauern oder Ziegeldächern. Verwechslungen sind mit anderen kissenbildenden Moosen der gleichen Gattung möglich, doch ist Grimmia pulvinata durch die auffälligen Haarspitzen und die eingesenkten Sporophyten gut zu unterscheiden. Eine Gefährdung besteht für diese Art nicht; sie wird in keiner Roten Liste als bedroht eingestuft.