Glashaar-Widertonmoos (Polytrichum piliferum)
Name
Glashaar-Widertonmoos (Polytrichum piliferum)
Familie
Polytrichaceae
Merkmale
Das Glashaar-Widertonmoos gehört zu den kleinsten Vertretern seiner Gattung und erreicht eine Wuchshöhe von nur bis zu 3 cm. Die Pflänzchen wachsen dicht rasig und bilden oft ausgedehnte, graugrün bis rötlich-braun gefärbte Polster. Charakteristisch ist das namensgebende farblose, glasartige Haarpitzchen an der Blattspitze, das dem Moos ein silbrig schimmerndes Aussehen verleiht. Die Blätter sind schmal und abstehend, mit einer kräftigen Rippe. Während der Sporenreife trägt das Moos auffällige, rötliche Sporogone mit einem vierkantigen Sporenkapseldeckel.
Standort und Verbreitung
Das Glashaar-Widertonmoos besiedelt bevorzugt sonnige, trockene und nährstoffarme Standorte wie Sandgruben, Steinbrüche, Heideflächen, Dünen und offene Rohböden. Es gilt als Pionierpflanze und ist in der Lage, stark gestörte oder vegetationsarme Flächen rasch zu besiedeln. Die Art ist in Europa weit verbreitet und kommt von der Tiefebene bis in montane Lagen vor. Die Sporenreife fällt überwiegend in das Frühjahr und den Frühsommer.
Besonderheiten
Das Glashaar-Widertonmoos gilt als ausgesprochener Trockenheitsspezialist und übersteht selbst längere Dürreperioden unbeschadet. Es spielt als Pioniermoos eine wichtige ökologische Rolle bei der Erstbesiedlung offener Böden und bereitet so den Weg für andere Pflanzenarten. Verwechslungen sind möglich mit anderen Widertonmoosen wie dem Sparrigen Widertonmoos, das jedoch größer wird und andere Standortansprüche hat. Das Glashaar-Widertonmoos ist in Deutschland nicht gefährdet und profitiert sogar von anthropogen geschaffenen Rohbodenstandorten wie Steinbrüchen und Sandgruben.