Goldenes Frauenhaarmoos (Polytrichum commune)
Name
Goldenes Frauenhaarmoos (Polytrichum commune)
Familie
Polytrichaceae
Merkmale
Das Goldene Frauenhaarmoos ist mit Wuchshöhen von bis zu 40 cm eines der größten heimischen Moose Deutschlands. Die aufrechten, unverzweigten Stämmchen sind dicht mit schmalen, lanzettlichen Blättchen besetzt, die an der Basis scheidig umfassen und an der Spitze fein gezähnt sind. Die Färbung reicht von sattem Grün bis zu gelblich-grünen Tönen, ältere Pflanzenteile wirken oft bräunlich. Männliche Pflanzen bilden auffällige, rosettenartige Antheridienstände, während die Sporenkapseln der weiblichen Pflanzen von einer charakteristischen, haarigen Haube bedeckt sind – daher der volkstümliche Name Haarmützenmoos.
Standort und Verbreitung
Polytrichum commune besiedelt dauerhaft feuchte, kalkfreie und nährstoffarme Standorte. Typische Lebensräume sind Nadelwälder, Moorränder, Sumpfwiesen und feuchte Heiden. Die Art meidet kalkreiche Böden konsequent und gilt als Zeigerpflanze für saure, wassergesättigte Substrate. Verbreitet ist sie in weiten Teilen Europas, Nordamerikas und Asiens – in Deutschland kommt sie in allen Bundesländern vor, besonders häufig in den niederschlagsreichen Mittelgebirgen und im norddeutschen Tiefland. Als immergrünes Moos ist es ganzjährig zu beobachten; die Sporenreife findet überwiegend von Frühjahr bis Sommer (März bis Juli) statt.
Besonderheiten
Das Goldene Frauenhaarmoos ist auch unter den Namen Gewöhnliches Widertonmoos und Großes Haarmützenmoos bekannt. Ökologisch spielt es eine wichtige Rolle als Wasserspeicher in Moorökosystemen und bietet Kleintieren Lebensraum. Historisch wurde es zum Polstern von Matratzen und als Dämmmaterial in Hütten verwendet. Verwechslungen sind mit ähnlichen, aber kleineren Widertonmoosen möglich, etwa dem Haarblättrigen Frauenhaarmoos, das jedoch deutlich geringere Wuchshöhen erreicht. Polytrichum commune gilt in Deutschland als ungefährdet, kann jedoch durch Entwässerung von Mooren und Feuchtgebieten lokal zurückgehen.