Aloeblättriges Filzmützenmoos (Pogonatum aloides)
Name
Aloeblättriges Filzmützenmoos (Pogonatum aloides)
Familie
Polytrichaceae
Merkmale
Pogonatum aloides ist ein ausdauerndes Laubmoos mit aufrechten, unverzweigten Stämmchen, die meist zwischen einem und vier Zentimeter Höhe erreichen. Die Blätter sind lanzettlich geformt, erinnern in ihrer Gestalt an Aloeblätter und tragen an den Rändern deutlich sichtbare Zähne. Die Blattoberfläche ist durch zahlreiche parallele Lamellen charakteristisch strukturiert, was ein typisches Merkmal der Familie Polytrichaceae ist. Die Kapseln sind zylindrisch und werden von einer auffälligen, dicht behaarten Haube bedeckt, die der Art ihren deutschen Namen Filzmützenmoos eingebracht hat. Frische Pflanzen erscheinen sattgrün, ältere Bestände können bräunlich wirken.
Standort und Verbreitung
Das Aloeblättrige Filzmützenmoos bevorzugt kalkfreie, lehmige und humusarme Rohböden. Es besiedelt Wälder, Wegränder, Böschungen, Erdanrisse und Forststraßenränder, wo offener Boden vorhanden ist. Die Art meidet kalkhaltige Substrate konsequent und gilt als Säurezeiger. Am Standort bildet Pogonatum aloides oft ausgedehnte, flächige Bestände. Die Verbreitung erstreckt sich über weite Teile Europas sowie gemäßigte Zonen Asiens und Nordamerikas; in Deutschland ist die Art weit verbreitet und recht häufig anzutreffen. Die Sporenreife findet überwiegend im Winterhalbjahr statt, die Kapseln reifen meist von November bis März.
Besonderheiten
Pogonatum aloides gilt als charakteristischer Rohbodenbesiedler und spielt eine wichtige Rolle bei der Erstbesiedlung gestörter Böden. Als Säurezeiger liefert die Art wertvolle Hinweise auf den Chemismus des Untergrunds. Verwechslungen sind möglich mit anderen Arten der Gattung Pogonatum sowie mit dem Gemeinen Widertonmoos, das jedoch deutlich größer wird und ebenfalls zur Familie Polytrichaceae gehört. Pogonatum aloides ist in Deutschland nicht gefährdet und wird auf der Roten Liste in der Kategorie ungefährdet geführt. Eine wirtschaftliche Nutzung ist nicht bekannt. Die Art ist ein guter Indikator für naturnahe, wenig gedüngte Waldstandorte und wird daher gelegentlich in vegetationskundlichen Kartierungen als Zeigerpflanze herangezogen.