Etagenmoos (Hylocomium splendens)
Name
Etagenmoos (Hylocomium splendens)
Familie
Hylocomiaceae
Merkmale
Das Etagenmoos ist an seinem charakteristischen etagenartigen Aufbau leicht zu erkennen: Jedes Jahr wächst ein neues Stockwerk aus dem Vorjahrestrieb hervor, sodass die Pflanze eine treppenartige Struktur ausbildet. Die Stängel sind auffällig rötlich gefärbt, die Zweige glänzend und fiederartig verzweigt. Das Moos bildet dichte, leuchtend grüne bis gelbgrüne Polster oder flächige Rasen. Die Blättchen sind eiförmig bis lanzettlich und leicht gerippt.
Standort und Verbreitung
Hylocomium splendens wächst bevorzugt auf eher sauren bis mäßig kalkhaltigen Böden und besiedelt vor allem Nadel- und Mischwälder sowie andere frische bis trockene, meist mäßig beschattete Standorte. Die Art ist in borealen und gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel weit verbreitet, darunter in ganz Europa, Nordamerika und Nordasien. In Deutschland kommt sie verbreitet in Nadel- und Mischwäldern vor, häufig gemeinsam mit anderen Waldmoosen. Das Moos ist ganzjährig zu beobachten; Sporophyten reifen überwiegend im Frühjahr, von März bis Mai.
Besonderheiten
Das Etagenmoos gilt als Zeigerart für naturnahe, wenig gestörte Waldstandorte und wird in der Vegetationskunde häufig als Indikator für bestimmte Waldgesellschaften herangezogen. Es spielt eine wichtige ökologische Rolle als Wasserspeicher und Lebensraum für Kleinstlebewesen. In der Forstwirtschaft und Ökologie dient es als Bioindikator für Luftqualität und Stickstoffeinträge, da es empfindlich auf Stickstoffüberschuss reagiert. Verwechslungen sind mit anderen großen Waldmoosen möglich, etwa dem Rotstängeligen Kronenmoos, das jedoch keinen etagenartigen Wuchs zeigt.