Langhaariges Krummstielmoos (Campylopus introflexus)

Campylopus introflexus kommt auch mit trockenen Standorten gut zurecht

Name

Langhaariges Krummstielmoos (Campylopus introflexus)

Familie

Leucobryaceae

Merkmale

Das Langhaarige Krummstielmoos bildet dichte, polsterartige Rasen, die je nach Standort grün bis bräunlich gefärbt sind. Charakteristisch sind die lanzettlichen Blätter mit einer kräftigen Rippe, die weit über die Blattspitze hinausragt und ein silbrig-weißes, haarartiges Ende bildet. Dieses auffällige Merkmal verleiht der Art ihren deutschen Namen und erinnert entfernt an Kakteenstacheln, was den Beinamen Kaktusmoos erklärt. Die Pflanzen werden meist zwei bis fünf Zentimeter hoch.

Standort und Verbreitung

Campylopus introflexus stammt ursprünglich von der Südhalbkugel, unter anderem aus Südamerika, Südafrika und Australien, und wurde nach Europa eingeschleppt. Seit den 1940er-Jahren breitet sich die Art auf der Nordhalbkugel rasant aus. In Deutschland besiedelt sie bevorzugt offene, sandige und nährstoffarme Standorte wie Heiden, Dünen, Kahlschläge und Wegränder. Die Art ist ausgesprochen trockenheitstolerant. Eine ausgeprägte Saisonalität ist nicht bekannt; das Moos ist ganzjährig zu beobachten.

Besonderheiten

Das Langhaarige Krummstielmoos gilt als invasive Neophytenart, die in ihren bevorzugten Lebensräumen heimische Moose und andere niedrigwüchsige Pflanzen verdrängt. Besonders in Zwergstrauchheiden stellt die Art eine ernsthafte Bedrohung für die typische Bodenvegetation dar, da sie dichte, undurchdringliche Polster bildet, unter denen andere Arten kaum noch keimen können. Die Ausbreitung erfolgt vor allem über abgebrochene Blattspitzen, die vom Wind verbreitet werden. Aufgrund dieser aggressiven Ausbreitungsstrategie wird die Art naturschutzfachlich aufmerksam beobachtet.