Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha)

Marchantia polymorpha wächst an Bachufern, an Gräben oder auf Nasswiesen

Name

Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha)

Familie

Marchantiaceae

Merkmale

Das Brunnenlebermoos ist ein Lebermoos mit einem flachen, bandförmigen, gabelig verzweigten Thallus, der eine ledrig-derbe Oberfläche mit deutlich sichtbarem Mittelnerv aufweist. Die Oberseite zeigt ein charakteristisches Muster aus rautenförmigen Feldern mit je einer zentralen Pore. Die Unterseite ist mit Rhizoiden und Schuppen besetzt. Besonders auffällig sind die sternförmigen weiblichen Geschlechtsstände, die auf langen Stielen getragen werden und an einen aufgespannten Schirm erinnern. Die männlichen Geschlechtsstände sind scheibenförmig und ebenfalls gestielt. Der Thallus ist sattgrün gefärbt.

Standort und Verbreitung

Das Brunnenlebermoos besiedelt feuchte bis nasse Standorte wie Bachufer, Gräben, Quellfluren und Nasswiesen. Die Unterart ssp. ruderalis ist eine typische Pionierpflanze auf gestörten, feuchten Flächen im Siedlungsbereich, etwa auf Blumenerde, in Gewächshäusern und auf Brandstellen. Die Art ist weltweit verbreitet und in ganz Europa häufig anzutreffen. Geschlechtsreife Pflanzen mit ausgebildeten Geschlechtsständen sind vor allem von Frühjahr bis Herbst zu beobachten, wobei die Sporenreife meist im Frühsommer erfolgt.

Besonderheiten

Das Brunnenlebermoos gehört zu den ältesten Landpflanzengruppen und besitzt noch keine echten Leitbündel. Die Fortpflanzung erfolgt sowohl geschlechtlich über Eizellen und männliche Schwärmer als auch vegetativ über Brutbecher, die auf der Thallusoberfläche sitzen und linsenförmige Brutkörper enthalten. Die Art gilt als Zeigerpflanze für hohe Bodenfeuchtigkeit. Wegen ihrer Häufigkeit in Gärten und Gewächshäusern wird sie mancherorts als lästiges Unkraut betrachtet. Verwechslungen sind mit anderen Lebermoosen möglich, die jedoch meist kleinere oder anders geformte Geschlechtsstände aufweisen.