Torfmoose Sphagnum
Name
Sphagnum spec.
Familie
Sphagnaceae
Merkmale
Torfmoose sind ausdauernde, teppichbildende Moospflanzen ohne Wurzeln. Sie besitzen einen aufrechten Hauptstamm mit quirlartig angeordneten Ästen und kleinen, dicht gestellten Blättchen. Charakteristisch sind die großen, toten Hyalinzellen in den Blättern, die wie ein Schwamm enorme Mengen Wasser speichern können – bis zum Zwanzigfachen des eigenen Trockengewichts. Die Färbung variiert je nach Art und Standort von hellgrün und gelblich über rötlich bis tief weinrot. In Deutschland kommen etwa 35 Arten vor, die selbst für Fachleute oft nur schwer zu unterscheiden sind.
Standort und Verbreitung
Torfmoose besiedeln nährstoffarme, dauerhaft feuchte bis nasse Standorte wie Hochmoore, Zwischenmoore, feuchte Wälder und Quellfluren. Sie bevorzugen saure, nährstoffarme bis basenarme Standorte und kommen weltweit in gemäßigten und borealen Klimazonen vor, mit Schwerpunkten in Nordeuropa, Kanada und Sibirien. In Deutschland sind sie vor allem in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland anzutreffen. Als immergrüne Pflanzen sind Torfmoose ganzjährig zu beobachten, zeigen jedoch im Frühjahr und Sommer das stärkste Wachstum.
Besonderheiten
Torfmoose sind ökologisch von außerordentlicher Bedeutung: Durch ihren Stoffwechsel geben sie Wasserstoffionen ab und versauern so ihre Umgebung, was den Abbau organischer Substanz durch Mikroorganismen verhindert. Abgestorbene Pflanzenreste werden dadurch konserviert und bilden über Jahrtausende Torf – einen wichtigen Kohlenstoffspeicher. Moore binden weltweit mehr Kohlenstoff als alle Wälder zusammen. Torf wurde und wird als Brennstoff sowie als Kultursubstrat in der Gärtnerei genutzt, was zur massiven Zerstörung von Mooren geführt hat. Viele Moorstandorte und damit auch Torfmoos-Vorkommen sind heute stark gefährdet und gesetzlich geschützt. In der Medizin wurden Torfmoose historisch als Wundverband genutzt, da sie antiseptisch wirken.