Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
Name
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
Familie
Droseraceae (Sonnentaugewächse)
Merkmale
Der Rundblättrige Sonnentau ist eine kleine, rosettenförmig wachsende Pflanze mit auffällig rundlichen Blättern, die der Art ihren Namen geben. Die Blattoberseite ist dicht mit roten, drüsentragenden Tentakeln besetzt, die klebrige Tröpfchen absondern und im Sonnenlicht wie Tau glitzern. Diese Drüsenhaare dienen dem Fang von Insekten. Die Blüten sind weiß und erscheinen von Juni bis August auf aufrechten, schlanken Stielen. Die Pflanze erreicht in der Regel eine Höhe von fünf bis fünfzehn Zentimetern.
Standort und Verbreitung
Drosera rotundifolia wächst bevorzugt in Hochmooren, Zwischenmooren und feuchten Heiden auf nährstoffarmen, kalkarmen und torfigen Böden. Die Art benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit dauerhaft hoher Bodenfeuchte. Sie ist in weiten Teilen Europas, Nordasiens und Nordamerikas verbreitet, in Mitteleuropa jedoch auf intakte Moorbiotope beschränkt. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und August.
Besonderheiten
Der Rundblättrige Sonnentau ist eine fleischfressende Pflanze, die Insekten und andere Kleintiere mit ihren klebrigen Drüsenhaaren fängt und verdaut, um den Stickstoffmangel nährstoffarmer Moorböden auszugleichen. Die volkstümlichen Namen Bullenkraut, Herrgottslöffel und Widdertod deuten auf eine lange Beziehung zur Volksmedizin und Volksüberlieferung hin. In der Volksmedizin wurde die Pflanze unter anderem gegen Husten eingesetzt. Heute ist Drosera rotundifolia in Deutschland besonders geschützt und gilt als gefährdet, da der industrielle Torfabbau und die Entwässerung von Moorflächen ihren Lebensraum massiv zerstört haben. Das Sammeln wildwachsender Pflanzen ist daher nicht erlaubt.