Rosmarinheide (Andromeda polifolia)

Andromeda polifolia wächst auf sauren Böden im Hochmoor oder im Heide-Biotop

Name

Rosmarinheide (Andromeda polifolia)

Familie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Merkmale

Die Rosmarinheide ist ein immergrüner Zwergstrauch, der eine Wuchshöhe von bis zu 30 cm erreicht. Charakteristisch sind die schmalen, lanzettlichen Blätter mit nach unten eingerollten Rändern – sie erinnern in Form und Textur an Rosmarin, was dem Strauch seinen deutschen Namen eingetragen hat. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und glänzend, die Unterseite auffällig blaugrau-weißlich bereift. Die kleinen, krugförmigen Blüten erscheinen in zarten Rosa- bis Weißtönen und hängen in endständigen Doldentrauben. Die Pflanze bildet weitreichende unterirdische Ausläufer, mit denen sie größere Flächen effizient besiedeln kann.

Standort und Verbreitung

Die Rosmarinheide wächst ausschließlich auf nährstoffarmen, stark sauren Böden und ist eng an Hochmoore sowie Heidebiotope gebunden. Sie bevorzugt dauerhaft feuchte bis nasse Standorte, wie sie in Torfmoospolstern typisch sind. Geografisch ist sie in der borealen und gemäßigten Zone der Nordhalbkugel verbreitet, in Mitteleuropa jedoch auf wenige Moorgebiete beschränkt, darunter Reste intakter Hochmoore in Norddeutschland und den Alpenvorländern. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni, gelegentlich auch bis in den Juli hinein.

Besonderheiten

Alle Pflanzenteile der Rosmarinheide sind giftig. Sie enthalten Andromedotoxine (auch Grayanotoxine genannt), die bei Mensch und Tier zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Schwindel und Herzrhythmusstörungen führen können. In Niedersachsen wird die Art in der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen mit RL 3 (gefährdet) eingestuft. Hauptursache für den Rückgang ist die großflächige Entwässerung und Zerstörung von Hochmooren durch Torfabbau und landwirtschaftliche Nutzung. Der Schutz und die Renaturierung von Moorlebensräumen sind daher entscheidend für den Erhalt dieser charakteristischen Moorpflanze.