Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)
Name
Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)
Familie
Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Merkmale
Die Rauschbeere ist ein sommergrüner, mehrjähriger Strauch mit aufrechten bis niederliegenden Zweigen, der je nach Standort zwischen 20 und 80 Zentimeter hoch werden kann. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig, blaugrün und auf der Unterseite heller als auf der Oberseite. Die kleinen, krugförmigen Blüten erscheinen von Mai bis Juni und sind weißlich bis zartrosa gefärbt. Im Spätsommer reifen die charakteristischen bläulich-schwarzen Beeren mit blaugrauem Reif heran. Das Fruchtfleisch ist im Gegensatz zur Heidelbeere weißlich bis grünlich gefärbt, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt.
Standort und Verbreitung
Die Rauschbeere besiedelt bevorzugt Moore, Hoch- und Übergangsmoore sowie feuchte Heiden und lichte Moorwälder. Sie benötigt saure, torfhaltige und nährstoffarme Böden. Geografisch ist sie in der borealen und arktischen Zone der Nordhalbkugel weit verbreitet, in Mitteleuropa kommt sie vor allem in den Alpen, im Alpenvorland sowie in norddeutschen Moorgebieten vor, darunter das Tote Moor bei Neustadt. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni, die Früchte reifen von August bis September.
Besonderheiten
Der deutsche Name Rauschbeere verweist auf eine angeblich berauschende Wirkung der Früchte, die jedoch nicht auf die Beeren selbst, sondern auf den häufig gemeinsam vorkommenden Sumpfporst zurückzuführen ist. Die Beeren sind grundsätzlich essbar, sollten aber nur in Maßen genossen werden, da größere Mengen Kopfschmerzen und Schwindel verursachen können. Als typische Moorpflanze gilt die Rauschbeere in vielen Regionen Deutschlands als gefährdet und steht unter Schutz. Verwechslungen sind vor allem mit der Heidelbeere möglich, lassen sich aber durch das helle Fruchtfleisch der Rauschbeere zuverlässig ausschließen.