Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)

Vaccinium oxycoccos findet man auf sauren Böden im Hochmoor

Name

Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)

Familie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Merkmale

Die Gewöhnliche Moosbeere ist ein immergrüner Zwergstrauch mit kriechenden, fadenförmigen Stängeln, die sich dicht über Torfmoospolster spannen. Die kleinen, ledrigen Blätter sind oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits blaugrün bis weißlich bereift und an den Rändern leicht umgerollt. Die zierlichen Blüten erscheinen von Mai bis Juli und sind tiefpink bis purpurrot, mit zurückgeschlagenen Kronblättern, die die gelben Staubbeutel freilegen – eine charakteristische Form, die an Türkenbundlilien erinnert. Die kugeligen Beeren reifen von August bis Oktober und sind zunächst weiß gefleckt, später leuchtend rot.

Standort und Verbreitung

Die Gewöhnliche Moosbeere besiedelt ausschließlich nährstoffarme, stark saure Standorte und gilt als typische Hochmoorpflanze. Sie wächst bevorzugt direkt auf lebenden Torfmoospolstern, wie das Exemplar aus dem Lichtenmoor (Niedersachsen, Juni 2006) eindrücklich zeigt. Die Art ist in der borealen und gemäßigten Zone der Nordhalbkugel verbreitet, von Nordeuropa über Sibirien bis nach Nordamerika. In Mitteleuropa ist sie auf intakte Hochmoore und Übergangsmoore beschränkt und daher regional selten geworden. Blütezeit: Mai bis Juli, Fruchtreife: August bis Oktober.

Besonderheiten

Die Moosbeere steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, da ihr Lebensraum – das Hochmoor – durch Entwässerung, Torfabbau und Nährstoffeintrag stark zurückgegangen ist. Die Beeren sind essbar und wurden früher zu Marmelade, Saft und Likör verarbeitet; sie enthalten reichlich Vitamin C und Gerbstoffe. Verwechslungen sind möglich mit der Kleinfrüchtigen Moosbeere, einer ähnlichen Art mit noch kleineren Blättern und Früchten. Die weitaus bekanntere Kulturpreiselbeere aus Nordamerika gehört zur selben Gattung und wird häufig als Cranberry vermarktet – mit der heimischen Moosbeere ist sie jedoch nicht identisch.