Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
Name
Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
Familie
Sonnentaugewächse (Droseraceae)
Merkmale
Der Mittlere Sonnentau ist eine kleine, rosettenbildende Pflanze mit länglichen, löffelförmigen Blättern, die aufrecht oder leicht aufsteigend wachsen. Die Blätter sind mit roten, drüsigen Tentakeln besetzt, die einen klebrigen Schleim absondern und im Sonnenlicht glitzern – daher der Name Sonnentau. Die weißen, fünfblättrigen Blüten erscheinen auf aufrechten Stielen. Im Vergleich zum Rundblättrigen Sonnentau sind die Blätter deutlich schmaler und länger.
Standort und Verbreitung
Die Art besiedelt nährstoffarme, feuchte bis wechselnasse Standorte wie Hochmoore, Moorwälder und wechselnasse Sandböden. Sie ist auf saure, humusreiche Böden mit geringem Nährstoffgehalt angewiesen. In Deutschland kommt sie zerstreut in Moorgebieten vor, darunter das Lichtenmoor in Niedersachsen. Europaweit ist sie von den Britischen Inseln bis in den Osten Mitteleuropas verbreitet. Die Blütezeit liegt zwischen Juli und August.
Besonderheiten
Der Mittlere Sonnentau ist eine fleischfressende Pflanze: Die klebrigen Drüsenhaare auf den Blättern fangen Insekten und kleine Gliedertiere, die dann durch Verdauungsenzyme aufgeschlossen werden. So kompensiert die Pflanze den extremen Nährstoffmangel ihres Lebensraums. Die Art ist noch seltener als der Rundblättrige Sonnentau und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in Deutschland. Hauptgefährdungsursachen sind die Entwässerung und Zerstörung von Moorlebensräumen. Alle heimischen Sonnentau-Arten sind streng geschützt.