Besenheide (Calluna vulgaris)

Calluna vulgaris findet man im Heide-Biotop oder in lichten Kiefernwäldern

Name

Besenheide (Calluna vulgaris)

Familie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Merkmale

Die Besenheide ist ein immergrüner Zwergstrauch, der typischerweise zwischen 20 und 80 Zentimeter hoch wird. Die Äste sind dicht mit winzigen, schuppenförmigen, gegenständig angeordneten Blättchen besetzt, die dem Trieb ein nadelartiges Aussehen verleihen. Die Blüten sind klein, glockenförmig und erscheinen in dichten, ährenartigen Trauben. Ihre Farbe reicht von zartem Rosa über kräftiges Lila bis hin zu gelegentlich weißen Formen. Der Wuchs ist buschig und flächendeckend, was zur Bildung ausgedehnter Heideteppiche beiträgt.

Standort und Verbreitung

Calluna vulgaris besiedelt nährstoffarme, sandige oder saure Böden und ist in Heide-Biotopen, lichten Kiefernwäldern, an Böschungen sowie in Mooren anzutreffen. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westsibiriens verbreitet und prägt ganze Kulturlandschaften wie die Lüneburger Heide. Sie verträgt längere Trockenperioden gut und kann unter günstigen Bedingungen dichte Massenbestände ausbilden. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Lage von Juli bis Oktober, mit einem Höhepunkt im August und September.

Besonderheiten

Die Besenheide ist eine bedeutende Trachtpflanze für Bienen und liefert den charakteristischen Heidehonig. Historisch wurde sie vielseitig genutzt: als Baumaterial für Dächer und Besen, als Tierstreu und sogar zur Bierherstellung. Verwechslungen sind möglich mit der Besenheide, die jedoch identisch mit Calluna vulgaris ist, sowie mit den Glockenheide-Arten, die sich durch breitere, hängende Blütenkelche unterscheiden. In vielen Regionen gilt die offene Heidelandschaft als gefährdeter Lebensraumtyp, der auf regelmäßige Pflege wie Mahd oder kontrolliertes Abbrennen angewiesen ist, um Verbuschung zu verhindern.