Faulbaum (Frangula alnus)

Der Faulbaum ist seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt

Name

Faulbaum (Frangula alnus)

Familie

Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)

Merkmale

Der Faulbaum ist ein sommergrüner Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 6 Metern erreichen kann. Die Rinde junger Äste ist dunkelbraun bis grauschwarz und mit auffälligen hellen Lentizellen gezeichnet, die ein charakteristisches Muster bilden. Die wechselständigen Blätter sind eiförmig bis elliptisch, ganzrandig und besitzen deutlich hervortretende Blattnerven. Die kleinen, unscheinbaren Blüten sind weißlich-grün und erscheinen von Mai bis September. Die Früchte sind erbsengroße Steinfrüchte, die sich im Reifeverlauf von grün über rot zu schwarz verfärben und dadurch gleichzeitig mehrere Farben am Strauch zeigen können.

Standort und Verbreitung

Der Faulbaum bevorzugt feuchte bis wechselfeuchte, nährstoffreiche Böden und wächst bevorzugt in lichten Auwäldern, Erlenbrüchen, Moorrändern und feuchten Gebüschen. Er verträgt auch zeitweise Überschwemmungen gut. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und in Deutschland flächendeckend anzutreffen. Blütezeit: Mai bis September.

Besonderheiten

Der charakteristische faulige Geruch der frischen Rinde gab dem Strauch seinen deutschen Namen. Die Rinde enthält Anthrachinon-Glykoside, insbesondere Frangulin und Emodin, die seit dem Mittelalter als Heilmittel bei Verstopfung genutzt werden. Frische Rinde wirkt jedoch stark abführend und kann Übelkeit sowie Erbrechen auslösen – sie muss vor der Verwendung mindestens ein Jahr getrocknet oder erhitzt werden. Auch die Früchte sind für Menschen schwach giftig. Für Vögel hingegen sind die Beeren eine wertvolle Nahrungsquelle. Der Faulbaum ist zudem eine wichtige Raupennahrungspflanze für den Zitronenfalter. Verwechslungen sind möglich mit dem Gemeinen Kreuzdorn, der sich jedoch durch dornige Äste und gezähnte Blätter unterscheidet.