Grauer Falten-Tintling (Coprinus atramentarius)

Es entsteht eine tintenartige Flüssigkeit die von Sporen durchsetzt ist

Name

Grauer Falten-Tintling (Coprinus atramentarius)

Familie

Psathyrellaceae

Merkmale

Der Graue Falten-Tintling besitzt einen eiförmigen bis glockenförmigen Hut, der graubraun bis aschgrau gefärbt ist und charakteristische radiale Rippen oder Falten aufweist. Der Hutrand ist oft wellig und fransig. Die Lamellen sind zunächst weißlich, färben sich jedoch mit zunehmender Reife über grau bis schwarz. Der Stiel ist weiß, hohl und besitzt einen vergänglichen Ring. Im Alter zerfließen die Hüte durch Autolyse zu einer tintenartigen, sporenreichen Flüssigkeit, die dem Pilz seinen deutschen Namen verleiht. Die Fruchtkörper erscheinen meist büschelig.

Standort und Verbreitung

Der Graue Falten-Tintling wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Grünflächen, Rasenflächen sowie in Auwäldern und lichten Laubwäldern. Er besiedelt nährstoffreiche, oft gestörte Böden und tritt häufig in der Nähe vergrabener Holzreste oder alter Baumstümpfe auf. Die Art ist in Europa weit verbreitet und gilt als häufig. Auch in Nordamerika, Asien und anderen gemäßigten Regionen der Welt kommt sie vor. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von Mai bis November.

Besonderheiten

Der Graue Falten-Tintling gilt als bedingt essbar, ist jedoch wegen einer wichtigen Einschränkung bekannt: Er enthält den Wirkstoff Coprin, der in Kombination mit Alkohol zu unangenehmen Vergiftungserscheinungen führt, darunter Hitzewallungen, Herzrasen und Übelkeit. Dieser Effekt kann noch mehrere Tage nach dem Verzehr auftreten, wenn Alkohol konsumiert wird. Verwechslungen sind möglich mit dem Schopf-Tintling, der jedoch keine Alkoholunverträglichkeit auslöst. Der Vorgang der Selbstauflösung, die Autolyse, dient der Sporenverbreitung und ist ein typisches Merkmal vieler Tintlinge. Historisch wurde die entstehende tintenartige Flüssigkeit tatsächlich als Tinte verwendet.