Trugzitterpilz (Ascotremella faginea)

Der Trugzitterpilz wächst bevorzugt auf Buchen-Totholz

Name

Trugzitterpilz (Ascotremella faginea)

Familie

Vibrisseaceae

Merkmale

Der Trugzitterpilz bildet auffällige, hirnartig gefaltete und gelappte Fruchtkörper aus, die durch ihre gallertartige, weiche Konsistenz an Zitterpilze erinnern. Die Färbung reicht von violettlich-grau bis bräunlich-lila, oft mit einem leichten Rosaton. Die Oberfläche ist glatt bis leicht runzelig und wirkt feucht glänzend. Die Fruchtkörper können mehrere Zentimeter groß werden und wachsen meist in dichten, unregelmäßigen Gruppen.

Standort und Verbreitung

Der Trugzitterpilz wächst bevorzugt auf totem Buchenholz, seltener auf anderen Laubhölzern. Er besiedelt feuchte, schattige Wälder mit reichlich liegendem Totholz. Die Art ist in Europa verbreitet, gilt jedoch als selten und wird nicht häufig nachgewiesen. Die Erscheinungszeit liegt vorwiegend im Herbst, von September bis November, wobei feuchte Witterungsbedingungen das Auftreten begünstigen. Der im Text beschriebene Fund stammt aus dem Oktober 2013 im Forst Esloh.

Besonderheiten

Trotz seiner gallertartigen Erscheinung ist der Trugzitterpilz kein Ständerpilz wie die echten Zitterpilze, sondern gehört zu den Schlauchpilzen. Diese Verwechslungsgefahr spiegelt sich im deutschen Namen Trugzitterpilz wider. Über Speisbarkeit oder Giftigkeit liegen keine gesicherten Angaben vor; die Art ist aufgrund ihrer Seltenheit ohne kulinarische Bedeutung. Wegen ihrer Seltenheit und der Abhängigkeit von naturnahen Buchenwäldern mit Totholz gilt die Art als schützenswerter Indikator für ökologisch wertvolle Waldstandorte.