Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
Name
Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
Familie
Onagraceae (Nachtkerzengewächse)
Merkmale
Das Schmalblättrige Weidenröschen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreichen kann. Die Stängel sind aufrecht und meist unverzweigt. Die Blätter sind lanzettlich-schmal, wechselständig angeordnet und erinnern in ihrer Form an Weidenblätter – daher der deutsche Name. Die Blüten sind leuchtend purpurrosa bis magentafarben, vierzählig und in langen, aufrechten Trauben angeordnet. Die Früchte sind schmale Kapseln, aus denen zahlreiche haarschopftragende Samen freigesetzt werden, die durch den Wind weit verbreitet werden.
Standort und Verbreitung
Das Schmalblättrige Weidenröschen wächst bevorzugt auf Lichtungen, in Wiesen-Biotopen sowie auf Ruderalflächen und Schlagfluren. Es besiedelt häufig gestörte, nährstoffreiche Standorte wie Brandstellen, Kahlschläge und Wegränder. Die Art ist in der gesamten gemäßigten Nordhalbkugel weit verbreitet und in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. In Deutschland kommt sie nahezu flächendeckend vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
Besonderheiten
Eine besondere Eigenschaft der Pflanze ist ihre Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung über unterirdische Rhizome, mit denen sie rasch größere Flächen besiedeln kann. Dadurch gilt sie als Pionierpflanze, die nach Störungen wie Waldbränden oder Kahlschlägen zu den ersten Besiedlern gehört. Die Blüten sind eine wichtige Nektarquelle für Bienen und Schmetterlinge. Junge Triebe und Blätter sind essbar und wurden historisch als Wildgemüse genutzt. Verwechslungen sind mit anderen Weidenröschen-Arten möglich, etwa dem Kleinblütigen Weidenröschen, das jedoch deutlich kleiner und unscheinbarer blüht. Eine Gefährdung besteht für die Art derzeit nicht.