Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus)
Name
Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus)
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Merkmale
Die Gewöhnliche Wegwarte ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist steif, kantig und oft rau behaart. Die grundständigen Blätter sind schrotsägeförmig gezähnt und erinnern an Löwenzahnblätter, während die oberen Stängelblätter kleiner und pfeilförmig den Stängel umfassen. Besonders auffällig sind die leuchtend himmelsblauen Blütenköpfchen, die ausschließlich aus Zungenblüten bestehen. Selten kommen auch weiße oder rosa Blüten vor. Die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein und schließen sich bereits am frühen Nachmittag.
Standort und Verbreitung
Die Wegwarte wächst bevorzugt an Wegrändern, Böschungen, Weiden, Schuttplätzen und mageren Wiesen. Sie bevorzugt sonnige, trockene bis mäßig feuchte Standorte auf nährstoffreichen, oft kalkhaltigen Böden. Die Art ist in ganz Europa, Westasien und Nordafrika heimisch und in vielen weiteren Teilen der Welt eingebürgert. In Deutschland ist sie weit verbreitet und kommt bis in Höhenlagen von 1000 Metern vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober.
Besonderheiten
Die Wegwarte besitzt eine lange Tradition als Heilpflanze. Sie wird wegen ihrer blutreinigenden und entzündungshemmenden Wirkung bei Leberschwäche und Stoffwechselerkrankungen eingesetzt. Ihre Wurzeln enthalten den Ballaststoff Inulin, der auch in der Lebensmittelindustrie genutzt wird. Geröstete Wurzeln dienen seit dem 19. Jahrhundert als Kaffeeersatz oder Kaffeezusatz, bekannt unter dem Namen Zichorienkaffee. Kulturformen von Cichorium intybus liefern zudem die bekannten Gemüsepflanzen Chicorée und Radicchio. Im Jahr 2009 wurde die Gewöhnliche Wegwarte zur Blume des Jahres gekürt, was auf ihre ökologische Bedeutung als Nahrungsquelle für Wildbienen und andere Insekten hinweist.